Erfahrungen mit 1000$-Reiseschecks in New York - und anderswo:
Einen
Teil des Weltreise-Budgets in Traveler Cheques
mit sich zu führen ist
eine alte, auch von uns praktizierte papierträchtige Traveller-Tradition... Übersicht:
Refinanzierung auf Weltreise
Zur
Gewichts- und Volumenersparnis hatten
wir bei Weltreisestart im Jahr 2000 einige 1000US$-Reiseschecks bei
unserer Hausbank gekauft und fälschlicher Weise gehofft, sie unterwegs
preisgünstig sukzessive in kleinere Notierungen tauschen zu können.
Nun
wollen wir die Tausender hier in USA, direkt bei der ausstellenden American
Express Company möglichst
kostenneutral umtauschen.
Die Google-Suche
nach einer Niederlassung der American Express Company in
Manhattan führt uns zum Broadway, Ecke
43.Strasse ins Mariott- Hotel.
In einem gläsernen Stahlei, das an die Inkubatoren im Film Matrix erinnert,
zischen wir als Kür in knapp 20 Sekunden in den 44. Stock und genießen
die Sicht nach unten.
Dann fahren wir zurück in den
8. Stock, wo sich die AMEX-Zweigstelle befindet
.
Der Tausch unserer 1000$- Reiseschecks in kleinere Werte soll 1%
kosten, also dem Kaufpreis neuer Reiseschecks entsprechen,
sagt die mittelalte Puertoricanerin am AmexCo-Schalter.
"Gekauft haben wir die Traveler Cheques doch schon - wir wollen sie
nur kleiner stückeln - das ist doch nicht das Gleiche?",
wirft MArtin ein.
Die Schalterdame
zögert, will Rücksprache
halten und verschwindet für einen Moment in die rückwärtigen Räume, um mit dem Filialleiter
zu reden.
" Nichts zu machen" kommt sie zurück: 1% Umtauschgebühr -
es sei denn, wir hätten eine AMEXCO-Kreditkarte, dann könne sie es
kostenlos
machen.
Wir verbünden uns mit dem scheinbar Unvermeidlichen (wie bei Dale
Carnegie gelernt )
und beginnen, den ersten Packen Hunderter zu unterschreiben.
Mitten in der Umtauschaktion erscheint ein seriös gekleideter Herr aus
den hinteren Räumen und kramt im Aktenschrank.
Bevor er wieder entfleuchen kann, fragt
ihn MArtin, ob er vielleicht der Filialleiter sei und Macht über
die Umtauschgebühr
habe?
Er bejaht und ein nettes Gespräch über Kundenservice und -Zufriedenheit
entspinnt sich.
Wir schildern ihm plastisch den Papierberg eines Weltreisebudgets von
20.000 Dollar in 50er Reiseschecks und erwähnen beiläufig, dass
wir besonders für Kuba natürlich auch Reiseschecks
vom
Konkurrenten Thomas
Cook gekauft hatten. -
Wie kulant sich Thomas Cook wohl erweisen wird... ?

Ob es nun das nette Gespräch war, die subtile Schacherei oder die beiläufige
Erwähnung
der Konkurrenz - jedenfalls zeigt der Zweigstellenleiter Verständnis:
Nachdem wir die erste Hälfte der Traveler Cheques bereits
zu 1% umgetauscht haben, erlässt er uns jegliche weitere Gebühr
für
die zweite.
So "verdienen" wir
im Handumdrehen locker das heutige Abschiedsdinner mit
unseren New Yorker Freunden.
Warum wir überhaupt noch so viele, teilweise 12 Jahre alte Reiseschecks
besaßen,
erklären wir im Kapitel Refinanzierung
auf Weltreise.
Abschiedsdinner:
An unserem letzten
gemeinsamen Abend zeigen uns Nick und Gayle, dass man in Manhattan zwischen der
5th und 6th Avenue überaus billig
indisch essen gehen kann:
Im New Yorker Statdtteil Houston reiht sich ein indisches Restaurant an das
andere.
Mit
Türstehern, einer Unzahl von Lichterketten
und mehrgängigen Menus ab 7US$ locken die kIeinen, oft im Souterrain
liegenden indischen Restaurants ihre hungrige Kundschaft an. In einigen Fenstern
sitzen
Sitar-Spieler und unterhalten die Gäste musikalisch.
Unser Resto hat Tausende kleiner roter Glühlämpchen.
Die schaffen
zwar ein heimeliges Ambiente, aber kaum Licht. Deshalb bemerken wir den Schimmel
am Naan
erst, als wir reinbeissen und das Brot zundrig unter den Zähnen verfällt.
Unsere
Lucido objektiviert:
Grüner Schimmel bis ins Brotinnere. 
Trotzdem, bis auf das Brot (auch das ersatzweise gebrachte Brot war
nicht koscher) hat alles (unbesehen) gut geschmeckt.
New
Yorker Waschsalon:
Um mit sauberer Wäsche
in subtropisches
Klima zu starten und ein weiteres Highlight New Yorker Sightseeings
zu erleben, ist der heutige Nachmittag dem
Besuch eines New Yorker Waschsalons gewidmet, bevor wir am Abend
den Billig-Flieger in die Karibik nehmen werden.
Wie auch bei unseren Freunden, bleibt in den wenigsten
New Yorker Wohnungen Platz für
eine eigene Waschmaschine.
Deren Betrieb ist auch in vielen
Apartments
verboten.
Folglich
finden sich in Manhattan an allen Ecken
und Enden
gut besuchte Waschsalons.
Längeres Verweilen
in einem New Yorker Waschsalon lehrt viel mehr über das
Lebensgefühl New Yorks als
mancher Reiseführer
und gehört unseres Erachtens
zum touristischen Pflichtprogramm für New York-Besucher!
Wir packen unsere sieben Sachen, die Häfte von Luises Kleidercontainer und Gayles schmutzige Quartalswäsche
in einen riesigen Stoffsack,
bewaffnen uns mit
einer Packung Waschpulver
und machen uns auf den Weg zu einem
der
vielen
Waschsalons ganz in der Nähe.
Während
im Eingangsbereich die Trommeln übereinander gestapelter
Frontlader schäumen, wirbeln im hinteren Teil die Trockner im 40 Minuten
Takt
die Wäsche
sauber und knitterfrei rein.
Größenabhängig
kostet eine Waschmaschinenladung zwischen 1,50 - 2,50 US$, das Trocknen weitere
1,25 US$.
Menschenfreundliche Folge
waschmaschinenloser Appartments ist eine oft kommunikativ genutzte Wasch-
und Verschnaufpause im New Yorker
Hausfrauenalltag...
Der Abschied naht und etwas wehmütig bitten wir einen New Yorker Passanten
um ein Manhattan-Erinnerungsfoto von uns allen.
Luise schnappt sich eine der in
Manhattan ubiqitären amerikanischen Flaggen und summt leise die amerikanische Nationalhymne, das "star-spangled
banner"...
Abflug
von JFK, New York:
Unser 99US$-Flug nach St Juan, Puerto Rico geht um 21h von JFK.
Während Astrid stets uhrlos unterwegs ist, vermisst MArtin
einen alten Freund:
Seine oft als hässlich bezeichnete,
bis 100m wasserdichte 60DM-Quarzuhr hat nach 23 treuen
Dienstjahren vorgestern
berechtigterweise ihren
Geist aufgegeben. -
Eine neue ist noch nicht in Sicht.
So bemerken wir, dass
an JFK-airport - einem der größten
Flughäfen der Welt - weit und
breit keine
Wanduhr
zu finden ist!
Irgendwer hat aus unerfindlichen Gründen 4 Kreuze auf unsere Tickets
gezeichnet und uns damit sicherheitstechnisch als Risikopassagiere gebrandmarkt.
Also werden wir aus der Schlange
heraus gewunken und genießen die beeindruckende Sonderbehandlung eines
besonders gründlichen Sicherheitchecks:
Langes intensives Interview, geschlechtsspezifische Umkleidekabine, Vollanalyse
unseres Schuhwerkes und Hochleistungs-Metalldetektor, dem sogar Astrids Spirale
nicht entgeht...
Im Abflugbereich von JFK sitzen
viele wartende Passagiere dank wireless LAN (WLAN) surfend vor ihren
Laptops.
Die Restlichen scheinen sich die Wartezeit
mit ihren Handys zu vertreiben.
Unser Billigflieger hat Verspätung, was
uns aber nicht weiter stört:
1. Haben wir so Gelegenheit, uns die ersten Informationen über Puerto
Rico zu ersurfen 2. Je später
wir loskommen, desto kürzer
wird unsere voraussichtlich unbequeme Nacht auf dem Flughafen von
Puerto Ricos Hauptstadt San Juan...
Von Puerto
Rico, San Juan erzählen wir auf
der nächsten
Seite....
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