Trinidad
/ Tobago - Ankunft Power Boats Marina Chaguaramas
Wir fahren also
mit randvollem Auto auf
der Küstenstraße
Trinidads zur Power
Boats Marina, dem größten
Jachthafen von Chaguaramas nord-westlich von Port
Of Spain (Karte),
von dem aus wir durch die Karibik segeln wollen.
Unterwegs gibt uns Segelkaptän Heijm eine erste kurze Einführung
zu seinem Segelboot:
Sein Motorsegler
ZWERVER sei eine Ketsch ,
also ein Segelschiff mit 2 Masten, bei dem der kürzere
Segelmast hinten, also achtern angebracht ist, was ihn von einem Schoner
unterscheide.
"ZWERVER" heiße soviel wie Vagabund - und
nach
rascher Erledigung einiger Kleinigkeiten könnten wir in 3-4 Tagen Richtung
Los Testigos in See stechen...
Weiter kommt er vorerst nicht.
Mit großen Augen starren wir auf Hunderte von Segelbootmasten,
die hinter dem hohen Zaun der Power Boats Marina links der Straße
in den blauen karibischen Himmel ragen.
So viele Segelboote auf einem Haufen haben wir noch nie gesehen...
Trinidad ist auch für
Segler kein ganz ungefährliches Pflaster.
Deshalb ist die gesamte Marina weitläufig eingezäunt und der Zugang zu den Piers mit den Segelyachten führt zwangsweise an einem Tag und Nacht mit Security- Personal besetzten Wachhäuschen
vorbei.
Für Heijm öffnet es die Schranke automatisch.

Im Schritttempo kurven wir durch eine ganze Phalanx von
Segelschiffen, die nach Hurrikan
Ivan als Halbwracks ihren Weg von Grenada
nach Trinidad gemacht haben, um hier auf dem Trockendock von
Chaguaramas
billig repariert - und dann "wie neu" verkauft zu werden.
In schwungvollem Bogen parkiert Heijm das Auto mit dem Heck zu einem Pier, an dem ein ganzes Dutzend mehr oder weniger schmucker Segelyachten dicht an dicht nebeneinander liegen.
Über eine
schmale, von Zwerver's Schiffsbug an Land hängende
Holzplanke balancieren wir Lebensmittelvorräte und unsere Ausrüstung vom
Kofferraum an Bord des Seglers und legen sie vorläufig an
Deck ab.
Dann steigen wir zum ersten Mal die 30 Jahre alte steile Holztreppe
hinab ins Schiffsinnere des 50ft. langen Stahlbootes...

Zwei putz- und räumreiche
Tage später sind die gröbsten Spuren des Monate langen
Junggesellendaseins unseres Kapitäns weitgehend beseitigt
- und an die Metallstange, die mitten durch unsere dreieckige
Schlafkoje vom
Boden
zur Decke läuft, werden wir uns auch noch gewöhnen.
Dazu haben wir ja die nächsten
3 Segelmonate Zeit.
Es ist das erste
Mal, dass wir in einem Yachthafen und unter Seefahrern, Einhandskippern,
Jachtkapitänen, Chartercrews, Schiffsüberführern,
Segelkapitänen
und mitsegelndem Beivolk leben.
Entsprechend
fasziniert sind wir von unserer neuen Umgebung.
Ähnlich aufgeregt
und neugierig wie junge schwanzwedelnde Hunde
gehen wir in der Marina auf Entdeckungstour und beschnüffeln
ihre verschiedenen Ecken und deren teils durch
Sonne, teils durch Abstammung, überwiegend braunhäutiges
Publikum...
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