Der
lnselstaat Trinidad
und Tobago gehöre
zu den reichsten Ländern der karibisch- südamerikanischen
Region und sei die industrialisierteste Karibikinsel.
Tourismus sei schon früh von Trinidad auf die kleinere, weniger
entwickelte Schwesterinsel Tobago dirigiert worden.
Beispielsweise gingen die meisten europäischen
Direktflüge nach Scarborough, Tobago und
auch die vor dem Finanzzentrum mehrmals täglich ablegenden Fähren
zwischen Trinidad und Tobago seien staatlich großzügig
subventioniert und der Transfer koste nur
(25 TT$, also unter 5 US$).
Tobago habe die schöneren Strände und sei trotz
des zunehmenden Tourismus noch weitgehend
naturbelassen.
Das Leben auf Tobago sei deshalb im Vergleich zu Trinidad
gemächlicher
und man könne sich auf Tobago sehr sicher fühlen.
Die Geschichte Trinidads hingegen werde seit
dem vergangenen Jahrhundert durch seinen Ölreichtum
bestimmt ( The
History Of Trinidad's Oil).
Seit den 70er Jahren habe sich Trinidad durch
Gewinnung und Export von Petroleum und Methan zu einem der wichtigsten
Energielieferanten weltweit entwickelt ( Trini-Links).
Problematisch gestalte sich jedoch die ungleiche Verteilung des Petro-Reichtums:
Auf Trinidad lebten zahlreiche
Ultra-Reiche in Saus und Braus, während wenige Straßenzüge
weiter bittere Armut und nicht nur sprichwörtlicher
Überlebenskampf herrsche .
Der Mindestlohn auf Trinidad liege trotz zweifacher
Erhöhung
innerhalb von 3 Jahren bei gegenwärtig 9 TT$ (Währungsumrechner),
also etwas mehr als 1 Euro.
Davon seien dann noch 35% Einkommenssteuer, 15% VAT, 6% Rentenkasse und 2% Krankenkasse zu entrichten.
Dennoch habe nur Anspruch auf Rente, wer keinen Besitz wie Land, Haus oder Auto angespart habe...
Snoopy deutet auf einen südlich bei Port of Spain liegenden, dicht und niedrig bebauten Hügel. 
Dort liege das berühmt-berüchtigte Armenviertel Laventille,
das zusammen mit dem Stadtteil Morvant fast täglich durch seine
hohe Arbeitslosen- und Kriminalitätsrate
Schlagzeilen mache.
Der Frust der dort lebenden Farbigen über den sich direkt zu ihren Füßen ausbreitenden und
für sie doch unerreichbaren Reichtum entlade sich bisweilen
explosiv:
Morde, Raubüberfälle und Entführungen seien in Laventille so üblich,
dass selbst (uniformierte) Einheimische diesen Stadtteil von
Port Of Spain mieden.
Beispielsreich berichtet er von Straßengangs und Bandenkriegen
der Slumbewohner,
Korruption und Rachefeldzügen.
Laventillaner seien in den Augen ihrer Landsleute "underdogs" und
würden
auch entsprechend behandelt. Aufstiegsmöglichkeiten
aus dem Slum seien schon durch ein selbst nach Trini-Maßstäben
schlechtes Schulsystem gering - welcher Lehrer wolle schon
in einem derart gewaltträchtigen Umfeld arbeiten?
Nach der Schulzeit werde vielen Ghettobewohnern die Aufnahme
einer geregelten beruflichen Tätigkeit dadurch erschwert, dass
viele Arbeitgeber generell keine Laventillaner einstellten.
Andererseits entstammten gerade dem beengten Laventille einige der bekanntesten trinidadianischen Calypso-Sänger, Soca-Größen und Steelband-Spieler:
Destra Garcia, einer
seiner Trini-Favoriten habe 2005 eine Soca-CD mit dem Titel "Laventille" herausgebracht.
Ihr Cover (re.) zeige ein typisches Haus samt Anwohner.
Destra Garcia ist dem nicht-trinidadianischen Rest der Welt übrigens
so unbekannt, dass selbst unsere sonst unfehlbare Musik-Suchmaschine ( Musik-Links)
ihn nicht kennt. Wir haben die CD samt Coverbild schließlich bei Faluma ergooglet
und fanden die dort anhörbaren Musikbeispiele ziemlich "typisch" für
das, was man um Karneval
in Trinidad so
hören kann.( Karneval-Links)
Nach
diesem musikalischen Intermezzo fährt
Snoopy mit seiner
Trinidad-Einweisung fort:
Die Jahresstatistik 2005 weise für Trinidad (ca. 1,4 Mio. Einw.)
pro Tag mehr als einen Mord aus.
Die Meisten dieser Verbrechen blieben zwar ungeklärt, aber häufig nicht ungesühnt,
weil sie oft eine Kettenreaktion von Selbstjustiz provozierten.
Weltweit stehe Trinidad daher hinsichtlich Entführungen an
zweiter Stelle - unmittelbar hinter Kolumbien.
Die Natur
der Gewaltkette mache aber auch verständlich, warum fast ausschließlich Einheimische "aus dem Milieu" betroffen seien, während Touristen und tausende auf Trinidad lebende Expats aus aller Herren Länder,
davon weitestgehend verschont blieben.
Dennoch rät Snoopy uns eindringlich, während unseres 2-wöchigen
Aufenthaltes auf Trinidad bestimmte Bezirke zu meiden, Wertgegenstände
verschlossen zu halten und die Augen offener zu tragen als unsere
Digitalkamera...
Mehr Infos zu
Tobago und Trinidad über die Trini-Links.
Als die Ankerkette auf den schlammigen Grund des Hafens von Port Of Spain rasselt, leiht uns Trevor sein Handy (cell phone) und wir rufen vereinbarungsgemäß Heijm, unseren "nächsten Kapitän" an.
Er muß uns direkt beim ersten Landgang treffen und uns sofort auf die Crewliste seines Segelbootes umschreiben,
damit wir (ohne Rückflugticket) überhaupt von der Immigration in Trinidad rein gelassen werden ( Kreuzfahrt-Almanach
für Globetrotter) - und damit die INKOGNITO pünktlich
zu ihrem Verladehafen ablegen kann.
Das Dinghy
wird mit dem Schiffskran aus dem leeren Laderaum
gehievt
und über
Bord in das für uns ungewohnt grüne Meerwasser (der
Atlantik um Barbados erscheint blau) gelassen. 
Steuermann
und Kapitän Rudolph steigen über eine Strickleiter
hinab, dann
tuckert sie der museumsreife
Diesel des Dinghys an Land.
Wir und unsere Rucksäcke folgen mit mit der nächsten
Fuhre und betreten kurz darauf erstmals im Leben Trinidad...
Tatsächlich erwartet uns Segelkapitän Heijm bereits
bei der Hafenbehörde
von Port Of Spain.
Er will uns sogleich mit seinem Wagen nach Chaguaramas
auf sein Segelboot nehmen -
aber da hat er die Rechnung ohne die hafenbehördliche
Administration Trinidads gemacht...
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