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Beitrag begonnen von DittaZimmermann am 11.08.08 um 16:12:54

Titel: MIT LALMI KHIRANI SICHER DURCH DIE WÃœSTE
Beitrag von DittaZimmermann am 11.08.08 um 16:12:54
Seit mehr als 25 Jahren führt der erfahrene Reiseleiter, in Zusammenarbeit mit lokalen      Tuaregs, abenteuerlustige Menschen durch die Weiten der südlichen Sahara. Außer kleinen Pannen gab es noch nie nennenswerte Zwischenfälle! Ausgangspunkt der Touren ist Djanet, ein reizendes, geschäftiges Wüstenstädtchen im äußersten Südosten Algeriens, nahe der Grenze zu Lybien und dem Niger. Es besteht aus kleinen kubischen, weiß gekalkten Häuschen, der Markt unter Arkaden, in die die letzte Nachmittagssonne scheint. Darunter beleuchtet verhüllte Gestalten, hoch aufgerichtet, fast würdevoll, stehen sie beisammen, nachdem sie sich ausgiebig begrüßt haben, wobei sie mit ihrer Hand die des Anderen wie befühlen und anschließend aufs eigene Herz legen.

Mit der Kamelkarawane oder mit Jeeps geht die Reise durch wunderschöne Regionen des südostalgerischen Landschaftsschutzgebietes mit so klingenden Namen, wie Tinakaham, Issendilene, ein, von einer grandiosen Berszenerie umgebenes Tal, dessen Boden übersät ist mit grünen Tamarisken oder die Timarzougua, die Landschaft der Sicheldünen, soweit das Auge reicht.

Ich selbst habe mich im Februar 2008 mit 5 weiteren Personen aufgemacht, um das Abenteuer Wüste hautnah zu erleben. Was hat mich dazu veranlasst?  Zunächst der schon viele Jahre bestehende Wunsch die Wüste zu sehen und dann ein unerfüllter Kindheitstraum, diese auf dem Rücken eines Kamels in einer Karawane zu durchqueren. Da gute Freunde schon im Vorjahr begeistert von dort zurückgekommen sind, fiel mir der Entschluss nicht schwer, an der wieder angebotenen Reise teilzunehmen, und meine Träume sind in Erfüllung gegangen.

Zum Thema Sicherheit möchte ich sagen, es ist einiger bürokratischer Aufwand notwendig, um dahin zu gelangen. Zunächst braucht man ein Visum. Um dieses bei der jeweiligen Botschaft zu bekommen (für Österreich in Wien), verlangt Algerien eine Einladung vom Reiseveranstalter, mit genauen Angaben des Datums der An- und Abreise, der Unterbringung und der Reiseroute. Somit ist es nicht möglich, auf eigene Faust in die algerische Wüste zu reisen!

Um meinen Reisebericht so authentisch wie möglich zu gestalten, möchte ich einfach aus meinem Reisetagebuch erzählen. Vorweg jedoch etwas über den Ablauf der Reise. In der 1. Woche sollten wir mit den Kamelen unterwegs sein, das heißt wir würden abwechselnd reiten oder wandern und unser Kamel führen, in der 2. Woche dann weiter mit Jeeps. Geschlafen wird unter freiem Himmel, auf Zeltplane, weicher Matte und in einem warmen Schlafsack – die Nächte unter einem  tiefen Sternenhimmel sind unvergleichlich – die Stille lässt die Träume immer bunter werden. Wir haben, neben unserem Reiseleiter Lalmi 5 weitere Begleiter, Tuaregs, deren Aufgabe es ist, sich um die Kamele und das Bepacken der Kamele zu kümmern, aber sie helfen auch bei der Zubereitung der Mahlzeiten und zelebrieren nach der Mahlzeit die Teezubereitung. Sie sehen in uns nicht Touristen, sondern Freunde und lassen uns ihre Gastfreundschaft spüren.

Nach langem Flug und nächtlicher Ankunft in Djanet und Überwindung aller Sicherheitskontrollen werden wir am Flughafen bereits von Lalmi und den beiden Fahrern Tahar und Abdel Karim erwartet und herzlich begrüßt. Nach ca. ½ stündiger Fahrt durch die nächtliche Wüste erreichen wir müde das nette, aus hellem Stein gebaute Hotel „Tenere Village“.

Morgens geht es dann zunächst mit 2 Toyotas los, in die unser ganzes Zeug verstaut wird, hinauf auf eine Hochfläche, von der aus man auf das Plateau des Tassiligebirges blickt. Dort werden wir schon von einer Gruppe, zumeist junger Tuaregs, begrüßt. Es sind dies Osman, Brahim, Junis und die beiden Älteren, El Habib und El Harid. Sie haben die Sattel für die Kamele schon bereitgestellt, schön gearbeitete und verzierte Holzgestelle, mit Leder und Messing beschlagen, hinten eine Rückenlehne mit einem Messingstachel, vorne ein Dreizack zum Befestigen kleiner Lasten, dazwischen bunte Decken – ein malerisches Bild. Wir laden aus und es wird bereits das erste Lunchpicnic vorbereitet. Es gibt Salate (wir essen alles und schaffen es trotzdem 2 Wochen ohne Darminfektion zu überstehen!!), Brot, gekochte Kartoffel und rote Rüben, Obst und Datteln – und es schmeckt köstlich! Als Abschluss natürlich, wie dann nach jeder Mittags- und Abendmahlzeit, bereiten uns Osman und Junis den köstlichen Tuaregtee, aus grünem Tee und Minze, über dem Holzkohlenfeuer, zu. Dreimal wird der Tee aufgegossen. Der 1. Aufguss – bitter wie das Leben -, der zweite – süß wie die Liebe - und der 3. – sanft wie der Tod -, so heißt es dort! Es heißt aber auch, jeder Teezubereiter habe seine eigene Version zu den 3 Aufgüssen.

Inzwischen wird unser Gepäck, der gesamte Reiseproviant für 1 Woche, Küchenutensilien, Holz, Schlafmatten … so in Säcke gepackt, dass etwa gleichschwere Lasten entstehen. Alles wird dann so gelagert, dass die Kamele jeweils zwischen den beiden Seitenlasten niederknien können, um beladen zu werden, was sie mit tiefen, heiseren Schreien kommentieren. Schsch, schsch ist der Befehl zum Niederknien, wobei die Leine am Nasenring sanft nach unten gezogen wird. Dann gehen sie erst auf die Vorderknie, dann auf die hinteren, ehe sie sich ganz niederlassen.

Nach dem Laden und Satteln geht es zunächst zu Fuß durch Sand und Felsen über einen kleinen Sattel. Mein Kamel ist natürlich das Schönste, weiß, weich und anmutig. Wenn ich es am Nasenring führe, spüre ich keinen Zug an der Leine. Nach dem Abstieg gelangen wir in eine weite Ebene, übersät mit teils trockenen, teils noch grünen Grasbüscheln und begrenzt von bizarren Felsen, und es heißt „Aufsitzen“. Das erste Mal noch ungewohnt, v.a. das Aufstehen. Zuerst vorne hoch, also nach vorne lehnen, dann hinten hoch, nach hinten lehnen, dann steht das Kamel und es ist ganz schön hoch da oben, aber auch luftiger und man hat einen wunderschönen Überblick über die Karawane und die großartige Landschaft.

Wir erreichen nach ca. 3 Stunden den Platz, an dem wir unser Nachtlager aufschlagen werden – ein kleines Seitental mit sandigem Grund, umgeben von hohen bizarren Felsformationen. Ein schöner, geschützter Ort. Als erste Stärkung gibt es Tee und Kuchen, danach haben wir noch genügend Zeit, unseren Schlafplatz einzurichten, die nähere Umgebung zu erforschen, oder auch einfach nur auszuruhen, zu lesen und die Stille zu genießen. Gegen ½ 8 wird es finster. Lalmi hat für uns gekocht – es gibt Gemüsesuppe und Eintopf, mit Gemüse, Lammfleisch und Couscous. Wir sitzen rund ums Feuer, genießen den süßen, warmen und schaumigen Tee, es wird geplaudert und gelacht und wir sind müde von all den vielen neuen Ein-  drücken.

Ein neuer Tag beginnt – es ist kalt. Osman und Junis haben schon vor Sonnenaufgang Feuer gemacht, Wasser gekocht, große Kannen mit Milch (aus Wasser und Milchpulver) und Kaffee vorbereitet und auf die Glut gestellt. Langsam kriecht einer nach dem anderen aus den warmen Daunen und nach den Morgenverrichtungen (gut bewähren sich Feuchttücher zum Waschen und für die Toilette hinter den Felsen!) gibt es wunderbar heißen „Cafe au lait“, Brot, Butter, Käse und Nutella.

Danach warten wir auf die Kamele, die man nachts mit locker zusammengebundenen Beinen laufen lässt, damit sie Futter finden können. Brahim und El Harid haben sich auf die Suche gemacht und wie eine Fata Morgana tauchen sie nach ca. 1 Stunde wie aus dem Nichts auf. Lalmi hat mir den Turban, den Cheche gebunden, das 4-6m lange Tuch, das sowohl vor Kälte als auch vor Sonne und Hitze, wie auch vor dem Wind schützt. Den Stoff dafür haben wir in Djanet um 150 alg.Dinar, (ca. € 1.50) erstanden. Und wieder wird gepackt, beladen – ein neuer Tag liegt vor uns. Wir wandern, sitzen auf, lassen uns langsam von den im Passgang gehenden Kamelen schaukeln, ich träume, philosophiere. Das Datum, die Tage verloren, vergessen, und doch ist jeder anders!!

Heute haben wir die Tikoubawine,  das Tal der Schwerter, durchquert. Eine Legende der Tuareg erzählt, dass hier einst ein Heer der Tuareg durchgezogen sei. Abends mussten alle ihre Schwerter abgeben, damit in der Nacht keiner damit verschwand. Am darauf folgenden Morgen jedoch war der Schwertmeister gestorben. Seither sucht man in der Gegend vergebens nach den Schwertern, die er wohl zur Sicherheit vergraben hatte.

Die 2. Etappe unserer Reise liegt vor uns und wieder werden die Jeeps beladen. Ziel ist der Tadrart, ca. 240 km von Djanet entfernt, mit seinen unglaublich schönen, rosa- und ockerfarbenen, mehr als 200 m hohen Sicheldünen und vom Wind über Jahrhunderte geschliffenen, bizarren Felssäulen und …..???? darauf viele Felsgravuren aus prähistorischer Zeit. Es ist unglaublich, was in und auf zweier dieser weich gefederten Wüstenfahrzeuge alles passt. Neben 11 Personen, unserem gesamten Equipment, dem Proviant für eine weitere Woche, sowie Wasser- und Benzinkanister und Brennholzvorrat für jeweils 2 Tage (danach wird wieder neues gesammelt). Diesmal haben wir neben Lalmi und den beiden Fahrern Tahar und Abdel Karim auch noch den 80 jährigen Athan dabei, ein wunderbarer alter Mann, würdevoll, aber auch voller Humor – der Herr der Wüste, - wie wir ihn nennen. Schon als Kind zog er mit seinem Vater mit den Salzkarawanen von Mali und dem Niger über Algerien nach Lybien. Er kennt jeden Winkel, weiß auf welchem Felsen sich die schönsten Gravuren und in welcher Höhle sich die schönsten Felszeichnungen, mehr als 2000 Jahre alt, befinden. Und er erzählt, in den 50er Jahren sei hier alles grün und voller Blumen gewesen. Es muss wohl nach einem Regen gewesen sein! Jetzt ist es trocken! Es hat seit 4 Jahren nicht mehr geregnet und damit geht auch die Existenzgrundlage der Tuareg, das Weideland für ihre Ziegen verloren. Mit dem „Führen“ von Menschen durch die Wüste haben sie sich eine neue Grundlage geschaffen, ohne dabei ihre Lebensweise als Nomaden ganz aufgeben zu müssen.

Ich klettere am späten Nachmittag auf eine sehr hohe Düne und bleibe lange oben sitzen. Es ist unbeschreiblich still und schön hier oben. Gegen Westen eine unvorstellbare Szenerie sich in- und hintereinander schiebender bizarrer Felsgruppen, Tafelberge und Gebirge im rötlichen Dunst der untergehenden Sonne – wie es scheint ohne Ende. Hinter mir, im Osten, liegt eine weite Ebene, schon im Dämmerlicht – Lybien! Man kann sich nicht satt sehen, Dünen, Farbenspiele, Felsen, wunderschön. Der Abstieg erfolgt dann barfuss über die steile Seite und löst zahlreiche kleine Sandlawinen aus.

Vor dem Abendessen sitze ich auf einem Felsen, oberhalb unseres geschützten Essplatzes. Geheimnisvolles Tun ist im Gange und ich darf nicht in die „Küche“. Ich habe Geburtstag und ahne etwas von einer Überraschung. Endlich ist es so weit und meine Erwartungen werden übertroffen! Der niedrige Tisch ist gedeckt. Darauf ein großer Karton, von Lalmi mit Glückwünschen beschrieben, und ein Kuchen mit Nutellaglasur (gebacken in der Wüste!!) Eine Taschenlampe die rot-grün blinkt, ein Päckchen in Geschenkpapier und in kleinen Felsnischen flackert Kerzenlicht. Unser Wüstenchateau ist perfekt. Im Päckchen eine wunderschöne Halskette aus schwarzen Perlen und silbernen, gravierten Anhängern, eine Tuareg-handarbeit. Ich bin sprachlos und gerührt!

Und wieder eine Nacht unter dem überwältigenden Sternenhimmel. Der letzte Blick vor dem Einschlafen und mancher des Nachts, wenn der Mond untergegangen ist, in die Unendlichkeit der Tiefe mehrerer Dimensionen, übersät mit funkelnden Lichtern aller Größen und verschiedener Helligkeit.

Wir  haben noch 2 Tage für die Rückfahrt nach Djanet vor uns. Darf am Morgen, noch vor dem Aufbruch, mit Abdel Karim im Jeep über ein paar Dünenkämme fahren. Das ist aufregend. Man glaubt senkrecht in die Tiefe zu fallen, wird aber ganz weich aufgefangen.

Der letzte Abend, nach verdienter Dusche wieder sauber beim gemeinsamen Abendessen im Hotel Tenere Village, einer bezaubernden kleoinen Anlage, mitten in der Wüste. Nach dem letzten Tee im Beduinenzelt geht es zum Flughafen und es heißt Abschied nehmen.

Es war schön und was bleibt ist die Erinnerung und die Sehnsucht, wieder dahin zurückzukehren.  
email: lalmikhirani@yahoo.fr   oder  tinakahamvoyage@hotmail.com
außerdem gibt es noch eine web-site: [Member-Link]  Bitte Einloggen oder Registrieren

Wenn ihr Interesse habt vielleicht im Herbst mitzukommen (ideale Reisezeit von Mitte Oktober bis Ende April) ,dann meldet euch entweder bei mir oder kontaktiert Hrn.Lalmi Khirani persönlich!!!
Brigitte Zimmermann,Salzburg    email:dittazimmermann5@hotmail.com   Tel.0043 650 321 05 18  

Titel: Re: MIT LALMI KHIRANI SICHER DURCH DIE WÃœSTE
Beitrag von mafratours am 30.11.08 um 17:18:51
Interessant umschriebene Werbung!

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