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Die Wahrheit über Amerika im Camper ... (Gelesen: 22366 mal)
Themen Beschreibung: USA im WoMo: Verflogen der Duft von Freiheit und Abenteuer
kasparides
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Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
21.06.07 um 01:23:35
 
Provokant, wie man mich kennt, möchte ich heute ein kurzes Resume, und vielleicht etwas Ernüchterung an künftige USA-Reisende posten, die vor haben das Land der unbegrenztem Möglichkeiten mit einem Reisemobil zu ergründen.

Wir haben unseren Camper nach Halifax verschifft und ein halbes Jahr Amerika bereist. Beileibe haben wir nicht alles in USA gesehen. Dazu war die Zeit viel zu kurz und ich möchte nochmals betonen das Nachfolgendes nur unsere persönlichen Eindrücke sind:

Wer mit einem Reisemobil durch die USA fährt erwartet offene Weite, riesige Freiheit und grandiose Natur. Irgendwo an einem Seeufer zu campen und nach dem Abendessen mit einem Glas Wein in die untergehende Sonne blinzeln.
Vergesst es!

Wer glaubt wir hier in Europa, speziell Deutschland oder der Schweiz wären totreguliert - der war noch nicht im "land of the free"!
Da helfen auch die wirklich freundlichen, hilfsbereiten und netten Menschen nicht: Amerika leidet unter einer schweren Paranoia.
Freies Campen ist in USA so gut wie nirgends erlaubt. Ja, oftmals nicht mal parken.
Ich weiss, da gibt es noch das BLM-Land wo es erlaubt ist, doch das ist kaum zu finden, schon gar nicht wenn die Zeit des Reisenden begrenzt ist.
Selbst auf den überdimmensionalen, abends völlig leeren Parkflächen innerhalb von Ortschaften ist das Übernachten im Fahrzeug in USA strengstens verboten.
Ebenso entlang der Highways und auf den meisten Rastplätzen.

"Begrenze deinen Aufenthalt auf 8 Stunden!", steht dort auf Tafeln und wir schliefen immer mit dem etwas unguten Gefühl dass der Sheriff uns fortjagen könnte.
"No overnight parking" - das ist eindeutig. Aber es geht noch besser:
In Derby, einem verschlafenen Örtchen am Ufer des Erie-Lakes fand ich Schilder die jegliches "Parken" auf öffentlichen Straßen zwischen 22 Uhr abends und 7 Uhr morgens kategorisch untersagten.
Ein parkplatzfreier Ort quasi. Wer also niemanden in Derby kennt der ein Privatgrundstück besitzt, oder in einem der Motels übernachtet und sein Fahrzeug auf deren Parkplatz abstellt - der muss Derby unverrichteter Dinge wieder verlassen.
Nun hab ich Derby nur als Beispiel genommen. Man muss dort nicht gewesen sein. Aber so ging es uns dauernd! Innerhalb der "city-limits" (deren Begrenzungen nirgendwo ersichtlich sind) kann einem passieren das nachts der Sheriff gegen die Wohnmobil-Tür wummert und einen auffordert zu verschwinden (get going!).

In den Nationalparks gibts schöne (teuere) Campgrounds, oft ohne Dusche, aber wunderbar gelegen und im Sommer meist überfüllt. Private Plätze gibts wie Sand am Meer. Betonierte Flächen mit "full hook-up", was bedeutet das Strom (110 V), Wasser und Abwasser fest angeschlossen werden. Gemütlichkeit ist anders! Diese Plätze kosten von 20 Dollar aufwärts. Der teuerste (in Key West) verlangt das stolze Sümmchen von 100 Dollars.
Natürlich ist die Natur Amerikas sehenswert.
Und ohne Camper muss man die Nationalparks abends verlassen und sich ein Motel suchen. Doch Amerika besteht nicht nur aus Nationalparks. Dann wird es schwer, außer man nutzt den ausgelutschten "Geheimtip" auf den parking-lots von WallMart zu übernachten. Eine Notlösung.
Selbst tagsüber, entlang der "California one", die sich von der Küste Oregons bis nach San Diego erstreckt will man - nur fürs parken - eine Gebühr von mindestens 5 meist aber 10 Dollar tagsüber!!! (Wenn das der Stoiber wüsste!)
Schon aus stillem Protest haben wir uns oft "freie Plätze" gesucht, dort wo wir nur übernachten wollten. Diese Erlebnisse haben aber den Spass an der Reise deutlich reduziert.
Nirgendwo sonst in irgend einem Land habe ich dermaßen viele, ja penetrante Verbots-Schilder gesehen (und fotografiert) wie in Amerika.
Ich schreibe das, nicht um Amerika schlecht zu machen. Das liegt mir fern!
Ich will nur jedwede Illusion zurecht rücken was das freie, ungebundene Campingleben abseits von kostenpflichtigen Campingplätzen in dieser unvorstellbar riesigen Natur dieses wunderschönen Landes angeht.
Leider!
Und die Gründe dafür, diese krankhafte Paranoia ist eben nicht erst seit dem elften September existent. Nein, dies ist gewachsen. In einem Land, in dem fast jeder Zweite mit einer Schusswaffe rum läuft und in dem sich die Medien gierig auf jede Sensation stürzen findet man an Highways im Süden Tafeln mit folgendem Text:
"Diese Raststätte wird 24 Stunden, 7 Tage die Woche von bewaffneten Patrollien zu ihrer Sicherheit geschützt!"
Viele Amerikaner sind vorsichtig. "Neighbourhood-Watch", solche Tafeln finden sich in vielen Comunities. Und die vielen Schilder spiegeln die Hilflosigkeit der Sheriffs, die sagen wollen: "Seht her Freunde (Wähler), ich habe was unternommen. Ich trage keine Schuld!"
Zuletzt fällt mir noch die "low-profile"-Variante meiner Freunde von der Budget-Fraktion ein:
Sich irgendwo im Dunklen mit seinem Gerät, das am Besten einem Lieferwagen ähnelt in einer dunklen Ecke verstecken um nicht aufzufallen. Kein Licht und Türen und Fenster geschlossen! Und morgens früh um sieben verschwinden. Mag sein das dass funktioniert. Mir würde das Reisen so keinen Spass machen ...
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woming
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #1 - 21.06.07 um 09:44:50
 
hattet Ihr ein Notebook mit?

kürzlich war zu lesen, dass an der US-Grenze ein Notebook
VERDACHTSUNABHÄNGIG konfisziert werden darf.
Es könnte ja was drauf sein, das ....
ja was eigentlich?

Evtl bekommt man es später irgendwann wieder zurück,
wenn man es auf eigene Kosten abholt. Oder auch evtl nicht  Traurig

Ist schließlich alles für die Sicherheit 
was auch immer das sein mag ???

woming
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kasparides
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #2 - 21.06.07 um 11:45:31
 
Ja, hatten wir dabei. Die Grenzkontrollen waren ganz normal. Nach Notebook oder anderem wurde nicht gefragt.
Wie aber allgemein bekannt ist hat der jeweilige "Immigration officer" sehr weitgehende Rechte, kann sogar trotz gültigem Visa die Einreise verweigern und so würde mich nicht wundern wenn er auch dein Notebook konfisziert, falls er einen Verdacht hat.
Peter
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TropicHeat
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #3 - 29.06.07 um 01:38:36
 
Im Prinzip muss ich dieser Einschaetzung [leider] zustimmen!

Was nicht genannt wurde: speziell in duenn besiedelten Gebieten faehrt man oft entlang Meilen und Meilen von Zaeunen (oder gar nur Waeldern ohne Einzaeunung), und alle halbe Meile sieht man wieder ein leuchtfarbendes Schild "Posted" (das genuegt) oder "No Trespassing" oder "Private Property - Keep Off"... Also, wie z.B. in Teilen von Australien, nachts ueber's erste Gate in eine Cattle-Ranch zu fahren und dort zu schlafen, ist auch nicht moeglich!

Wir haben RV-Parks vermieden wie die Pest, denn das ideale Grundstueck fuer einen Trailerpark scheint zwischen einem Interstate-Highway und einer vielbefahrenen Eisenbahn-Linie zu sein = da ist dann sogar WalMart ruhiger!!! Und in dichtbesiedelten Gegenden sind oft Motel-Zimmer mit Parkplatz billiger als RV-Parks (z.B. in LA, NY, und Miami).

Aber:
* es gibt National Forests, wo jedermann frei campen kann - mehr im Westen und Suedwesten als im Osten. Dies wird nicht sehr publik gemacht: Federal Land is Public Land!
und
* Stateparks und ab-und-zu Cityparks - in den USA oft in den malerischsten Gegenden, oder manchmal sogar am Rand oder innerhalb der Grossstaedte... Dort sind die Campingplaetze etwas weiter auseinander, oft mit dichtem Gruen zwischen den einzelnen Stellplaetzen, und es gibt oft exzellente Duschen und Toiletten (allerdings selten sogen. "Full Hook-Ups") fuer relativ wenig Geld (ca. $15-20). Verglichen mit kommerziellen Trailer Parks, die wirklich oft die Romantik eines Kaufhausparkplatzes haben, ist das billig.
Die besten Parks haben wir in Florida und Oregon gefunden, und dann noch einige Rosinen in anderen Teilen des Landes, z.B.
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In Kanada ist die Situation aber wesentlich besser: dort findet man noch versteckte Plaetze wo man direkt am See stehen kann, und viele, selbst kleine Orte haben freie "Dump Stations" oft direkt neben der Touristen-Information!

Allerdings: selbst in dem abgelegensten Park zur ausgefallensten Jahreszeit (im Schnee) haben wir nie alleine gestanden - die Camping-Romantik muss man sich wohl abschminken!  unentschlossen
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Fritz
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #4 - 29.06.07 um 21:43:11
 
Hallo!

Ich kann die Einschätzung nicht so ganz teilen. Bin dort (1998) auch gut 7 Monate mit dem eigenen WoMo rumgefahren (aber auch Canada und Alaska) und habe die Einschränkungen nicht als so drastisch empfunden. Wenn ich mal in Städten war, habe ich aber auch immer einen Camping Platz aufgesucht und mich dann mit  Bus/Bahn bewegt.
In den angelaufenen National Parks war ich dann auch (zwangsweise) fast immer auf den CP`s. Aber darüber hinaus (und das waren über 50 % der Nächte) habe ich immer ein (schönes) Plätzchen gefunden.

Bin auch für über 12 Monate in Australien/Neuseeland mit dem WoMo gewesen und sehe hinsichtlich freier Stellplätze keine wesentlichen Unterschiede zu den USA.
In den Städten, Campingplatz, in den NP`s auch, ansonsten keinerlei Probleme.

Gewisse Probleme gab es immer, wenn man in der Nähe der Millionäre am Strand stehen wollte, das war immer in allen Ländern so.

Ich bin seit 35 Jahren WoMo-Urlauber und die Beschränkungen in Europa empfinde ich inzwischen als so  nervig, dass ich das WoMo nicht mehr nutze. Ich möchte wohl mal wieder nach Island (war 1968/69 und in den 80ger-Jahren dort oft dort), aber davon höre ich auch nur noch (negative) was über Beschränkungen.

Gruß

Fritz
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kasparides
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #5 - 29.06.07 um 22:16:53
 
Hallo Fritz,
was du schreibst mag 199something noch gestimmt haben. Wir trafen uns mit Freunden in Cody und waren 2 Wochen zusammen (Yellowstone, Glasier und dann Richtung Banff) und unsere Bekannten waren ziemlich genervt WIE reguliert inzwischen alles ist und wieviele früher freie Plätze heute Geld kosten. Die Beiden waren Anfang 1990 ca. 3 Jahre in Nordamerika unterwegs und schilderten uns wie schlimm sie die zwischenzeitlichen Veränderungen empfinden.
Mit viel Suchen (und Glück) mag man auf sogenanntem BLM-Land fündig werden. Die Beschreibungen in "Free campgrounds" sind aber alles andere als einfach zu finden. In älteren Ausgaben waren noch 70 Prozent der Plätze kostenlos. In der aktuellen Ausgabe weniger als 10 Prozent.
Von Amerikanischen Campern haben wir nie Tipps zum "frei stehen" bekommen. "Viel zu gefährlich!". Nur eine absolute Minderheit macht sowas in Amerika.
Was wir als sehr unangenehm empfanden war die Unsicherheit obs erlaubt ist oder nicht. Nachts um 2 klopft der Sheriff und meint: "You're inside the city-limits - move!" Und selbst in kleinen Käffern "wirkt" die "neibourhood-watch". Die Leute schauen mißtrauisch was da für ein merkwürdiger Vogel parkt. Und in der Natur (ausserhalb der Stateparks weisst du nie ob du dich nicht auf Privatgelände gestellt hast.
Unsere Bekannten kamen von Florida hoch und erzählten das sie Probleme bekamen ihren Camper vor dem Haus von Freunden zu parken. Sogar das VERBOTEN. Selbst Amerikanische Hausbesitzer dort dürfen ihren Camper nicht auf dem Grundstück parken, sondern nur zum Beladen. Wirklich unglaublich!
Du hast natürlich Recht: In Europa wird es auch immer schwieriger. Den Vogel schießt England ab. Dort ist alles verboten, selbst einsame Plätze hoch oben in Schottland ziert ein "no overnight parking"-Schild. Und ich vermute diese Mentalität ist auch nach Amerika geschwappt.
Ich will nur aufklären was die momentane Realität ist, gerade weil (auch wir) dachten "AMERIKA DAS PARADIES FÜR CAMPER DIE GERN IN FREIER NATUR STEHEN WOLLEN".
Dafür muss man heute nach Argentinien fahren. Dort findet man noch was man sucht.
Schöne Grüße
Peter
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woming
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #6 - 30.06.07 um 12:34:51
 
genau diesen Tenor zitieren mir Freunde, die als Canadier in
USA leben, auch immer wieder. Etwa seit Bush-Aera ist
vieles sehr viel "enger" geworden. Jeder belauert jeden
anderen argwöhnisch. Parallel wird alles bis zum
Exzess durchkommerzialisiert. Liberty ist inzwischen
verdächtig dort   Traurig , punktuell mit  Auswüchsen wie in der
McCarthy-Aera.

Parallel leben andere in dem Land und nehmen dies überhaupt nicht
wahr. Aber sowas kennen wir ja auch aus der deutschen Geschichte.

Tja,
schade.
War mal ein tolles Land.

woming



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Fritz
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #7 - 01.07.07 um 14:15:17
 
Hallo Kasparides!

Es sind ja immer die Erfahrungen die einen Prägen und die tauschen wir hier aus zum Wohle anderer Reisender, die dort hinreisen wollen.
Bei mir war es 1998, die 8 fehlte. Darüberhinaus war ich für 6 Monate mit Leihcampern dort, zuletzt Sommer 2006. (Immer so 3 bis 5 Wochen)

Ich kann Deine Einschätzung nur in Bezug auf dicht besiedelte Gebiete teilen, für die offene Landschaft nicht.

Key West und freies Campen, wer mag davon träumen, unrealistisch wie freies Campen an den Stränden der Touristenhochburgen im Mittelmeer.

Ein Freund von mir ist gerade seit 8 Monaten mit dem WoMo in Nordamerika unterwegs (3. Reise von je 12 Monaten), hat bisher nichts negatives berichtet.

Die Amis haben immer Angst, die Erfahrung habe ich auch gemacht, die sind auch in Alaska oder Canada fast immer auf den nächsten CP gefahren.

Ich hoffe aber, dass es in der weite des Landes immer noch sehr unkompliziert ist einen Platz zu finden.


Gruß

Fritz
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kasparides
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #8 - 01.07.07 um 15:12:16
 
Hallo Fritz,
"in der Weite des Landes", da magst du Recht haben. Aaaaaber, Amerika ist 22 mal so groß wie Deutschland und selbst wenn man ein halbes oder ganzes Jahr Zeit mitbringt muss man eine Route festlegen, um die Hauptsehenswürdigkeiten nicht zu verpassen.
Zugegeben, beim zweiten Mal kann man auch die Ritzen abfahren, weil man dann schon weiss was man will. Nur: Wer das erste mal dort ist wird kaum Gelegenheit haben abseits nach hübschen Plätzchen zu suchen.
Nochmals: Das Land ist riesig! Leute fahren 50 mls. zum Einkaufen. Also blos keine falschen Vorstellungen darüber wie "schnell" man in der Pampa ist. Dazu kommt die ausufernde Besiedlung weiter Landstriche, beispielsweise der Westküste. (Kann man sich alles heutzutage schon vorher in "Google Earth" anschauen).
Camingplätze gibts in USA wie Sand am Meer.
Dort findet man die Monster RV's in Reih und Glied, oft auf asphaltierten Flächen. Gemütlich! Freie Stellplätze um "wild" zu campen sind äußerst rar.
Die Jungs mit den Mietmobilen haben kaum die Zeit um sowas zu suchen. Außerdem sind die Fahrzeuge dermaßen penetrant mit Riesen-Werbebildern beklebt das man überall auffällt.
Was TropicHeat schreibt stimmt nur bedingt: Viele National Forrests (mit schönen Plätzen, immer auch mit Feuerstelle) sind eben heute nicht mehr "free" (meist 15$), leider. Das wärs gewesen!
Wir fanden als kostenlos beschriebe Plätze in National Forrests, wo bereits die Blechsäule neben dem ausgehobenen Loch lag für die "selvregistration". 18$ für nix ausser Plumpsklo. Dahin geht der Trend ...
womings Beitrag beschreibt es gut. Traurige Veränderungen, auch nach Erzählungen von Freunden die Amerika von früher kennen. Alles sei sehr teuer geworden und die Freiräume schrumpfen.
Das die meisten Leute NIE etwas negatives über ihre Reisen erzählen kenn ich schon. Nur ist das eben wenig hilfreich für Neulinge. Wüssten die Leute was ihnen blüht so könnten sie besser abschätzen ob sie das in Kauf nehmen wollen.
Lesenswert in diesem Zusammenhang: [Member-Link]  Bitte Einloggen oder Registrieren.
Amerika im Film und Amerika in der Wirklichkeit - das fand ich bemerkenswert unterschiedlich.
Schöne Grüße

Peter
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TropicHeat
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #9 - 03.07.07 um 05:21:28
 
kasparides schrieb am 01.07.07 um 15:12:16:
Was TropicHeat schreibt stimmt nur bedingt: Viele National Forrests (mit schönen Plätzen, immer auch mit Feuerstelle) sind eben heute nicht mehr "free" (meist 15$), leider. Das wärs gewesen!
Wir fanden als kostenlos beschriebe Plätze in National Forrests, wo bereits die Blechsäule neben dem ausgehobenen Loch lag für die "selvregistration". 18$ für nix ausser Plumpsklo. Dahin geht der Trend ...


Hallo, Peter!

Sicherlich, wenn Du einen "Camping Platz" im National Forest ansteuerst, dann musst Du dafuer inzwischen fast ueberall bezahlen (den billigsten fanden wir ausserhalb von Taos: $5 mit recht sauberem Plumpsklo...) - aber Du kannst auch eine kurze Logging-Strasse reinfahren und [mit Glueck!] ein schoenes Plaetzchen umsonst finden [mit Pech im Schlamm steckenbleiben = wir laufen dann oft erstmal zu Fuss] - und da kannst Du dann ganz legal stehen [auch wenn 2 Meilen weiter ein offizieller Campingplatz ist]!

Aber wie gesagt: im Prinzip stimme ich Deiner Einschaetzung zu = unsere 10 Monate USA waren viel teurer als das Budget erlaubte, hauptsaechlich auf grund der Camping-Gebuehren und teuren Supermaerkte...

Gruss aus B elize

Juergen
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #10 - 03.07.07 um 09:29:49
 
TropicHeat schrieb am 03.07.07 um 05:21:28:
unsere 10 Monate USA waren viel teurer als das Budget erlaubte, hauptsaechlich auf grund der Camping-Gebuehren und teuren Supermaerkte...


spendierst Du die Info, wo Ihr kostengünstig gestanden habt?
Inzwischen scheint sich ja auch eine Gegen-Initiative hin
zum boondocking zu bilden (z.B. freecampgrounds.com)

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TropicHeat
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #11 - 07.07.07 um 23:23:50
 
woming schrieb am 03.07.07 um 09:29:49:
spendierst Du die Info, wo Ihr kostengünstig gestanden habt?
Inzwischen scheint sich ja auch eine Gegen-Initiative hin
zum boondocking zu bilden (z.B. freecampgrounds.com)

woming



Schockiert/Erstaunt oops - wir haben in den USA & Kanada leider kein Log gefuehrt wo wir ueber Nacht gestanden haben... Haeufig in State Parks [ca.60%], gefolgt von National Parks [~15%], ab-und-zu State Forests [~10%], selten Wal-Mart [3%], selten wild in der Natur[5%], und noch seltener wild in einem Ort...

Wir haben allerdings eine Internet-Liste unserer Campsites angefangen von M exiko an weiter Richtung Sueden: [Member-Link]  Bitte Einloggen oder Registrieren [nachdem wir den Nutzwert fuer andere Reisende erkannt haben...]
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #12 - 30.07.07 um 20:44:13
 
An kasparides:

Na wieder einmal die Schwarzmaler und Geizkraegen! Fuer Deinen "provokanten" Text gibt's eine "provokante" Antwort:

Wo, bitte, darf man denn in Deutschland (oder im uebrigen Europa) wild campen? Paranoia wirst Du ja von Deutschland zur Genuege kennen und das nicht nur seit September 11. Deswegen faehrst Du ja in Urlaub...

Amerika und Kanada sind zivilisierte Laender und natuerlich will man in den bewohnten und Touristik Gebieten erstmal das Geschaeft ankurbeln. Die Komunen wollen selbstverstaendlich erst einmal die Campingplaetze, Hotels und B&Bs fuellen, denn die Locals wollen was verdienen. Logisch, oder?

Ich lebe und arbeite seit Jahren in Kanada und das schlimmste was uns passieren kann, sind Touristen die zwar alles proper vorfinden aber unter keinen Umstaenden dafuer bezahlen wollen. Die USA und Kanada hat ein wirklich ausgezeichnetes Netz an National, Provincial und Stateparks, die nette Campingplaetze fuer billigstes Geld haben ($5-$10).
Davon kann sich Europa und besonders Deutschland mal eine Scheibe abschneiden!
Fuer die genannten Geizkraegen die sich nicht mal das leisten wollen kann ich die Parkplaetze der Firma Wal-Mart empfehlen. Sind halt leider nicht sehr idyllisch.

Ich bin schon 4 mal monatelang quer durch den NA-Kontinent gefahren (auch nach 9-11) und hatte nie Probleme mich an einen einsamen See, im Wald oder die Wueste zu stellen.

Wahrscheinlich hattet Ihr nicht genuegend Mumm in den Knochen wirklich abseits der Pfade zu gehen. Das ist die typisch deutsche Paranoia!

Auch ist es kein Problem sich beim Landbesitzer kurz vorzustellen und zu fragen ob man campen darf. Gerade dadurch lernt man die Gastfreundschaft der Menschen richtig schaetzen. Denn viele Land-Besitzer freuen sich auf "zivilisierte" Camper mit guten Manieren.

Darueber hinaus gilt: Wo niemand wohnt, hat auch niemand etwas dagegen wenn man wild campt.
Wer's nicht glaubt, sollte sich mal in den Off-Road Foren kundig machen. Ein Beispiel ist da das ih8mud Forum fuer Toyota Land Cruiser, welches auch eine eigene Sektion fuer Camping gibt. Anzusehen hier:
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Auf diesem Foren gibt es hunderte Beispiele von Campern, die in der Wildnis gecampt haben.
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kasparides
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #13 - 14.08.07 um 12:52:38
 
Lieber design-fort,
ich liebe Provokationen.
Aber: In Deutschland darf man überall wo es nicht verboten ist zumindest eine Nacht in seinem Vehikel verbringen! Das ist der Unterschied zu USA! Ich meine der Reisende sollte das wissen bevor er irgendwelchen Illusionen erliegt.
Das es in den USA ein ausgezeichnetes Netz an National, Provincial und Stateparks gibt stimmt. Nur fand ich keinen mehr für 5 oder 10 Dollar. In Deutschland weisen viele Gemeinden inzwischen preiswerte Stellplätze für Reisende aus, die auf den Komfort von Campingplätzen verzichten können.
Das in USA alle bei jeder Gelegenheit Geld verdienen wollen brauchst du nicht extra zu betonen. "Money, thats what its all about!"
Wenn der Bürgermeister den Campground betreibt darf sogar WalMart Reisende nicht auf seinem Parkplatz übernachten lassen. (Gut, das kenn ich auch aus Griechenland. Damit kann ich leben). Fährt man eben woanders hin, hier in Europa. Nicht so im "Land der Freien". Einfach übernachten wo ein Parkplatz ist - nicht in USA! Und darauf wollte ich hinweisen. Das ist der Unterschied zwischen dem "zivilisierten" Amerika und anderen Ländern. Und den Landbesitzer fragen: Wie denn? Wenn schon am Eingang zu seinem Land das Schild "Keep off, Private Property" steht. Ich möchte nicht ausprobieren mit welchem Kaliber der möglicherweise auf mich schießt.
Vielleicht besteht ja auch ein Mißverständnis?
Ich spreche Reisende an die der Illusion von grenzenloser Freiheit im riesigen Nord-Amerika ganz besonders für Camper anhängen und möglicherweise enttäuscht werden.
Nicht "Urlauber" mit Miet-Mobil. Die fügen sich und "nutzen" die Campgrounds. Schon aus Zeitgründen. Reisende dagegen, die monatelang ein Land bereisen, wollen nicht jede Nacht für das Hinstellen und schlafen 20 oder mehr Dollar bezahlen. Wenn du die als Geizkrägen bezeichnen willst - bitte.
Nicht das die Amerikaner unfreundliche Leute wären, sondern weil - und hier ist das Wort angebracht - die allgegenwärtige Paranoia in USA mich erschreckt hat. Immer wenn ich nach "boondocking" (so heisst es dort wenn man frei übernachten will) fragte war die Reaktion ein erstauntes: "No, impossible!", so als verlange ich etwas völlig ungewöhnliches.
Schon aus "stillem Protest" haben wir trotzdem oft "wild" gestanden und wurden nie weg gescheucht, aber oft bedauerten wir an sagenhaften Stränden oder einsamen Wäldern diese unmissverständlichen Verbotsschilder zu finden, deren Sinn und Zweck dir niemand erklären kann. Oder die allgegenwärtigen Blechsäulen für die "selv-registration", verbunden mit der Zahlung eines Obulus für - was eigentlich?
Ich habe im I ran wild übernachtet, in P eru, in I ndien, der T ürkei, in B otswana und B rasilien, also Mumm, glaube ich habe ich genug bewiesen.
Nein, Amerika ist diesbezüglich etwas besonders. Und ich finde künftige Reisende sollten das wissen. Es macht die Reise unnötig teuer und kompliziert. Und - ein billiges Reiseland ist Amerika längst nicht mehr.
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #14 - 25.11.07 um 05:36:02
 
Stimmt fast alles!

Habe so ziemlich genau die selben Erfahrungen gemacht und bin nun echt froh, nach Süden zu kommen Smiley

Ich habe aber auch Gegenden bereist wo die Freiheit noch "fast" unbegrenzt ist und das habe ich im dicht besiedelten Europa leider nie erlebt.

Trotzdem Amerika ist ein Kontroll- und Verbotstaat, seit ein paar Jahren ist das ganz schlimm geworden.

Christian
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #15 - 20.11.11 um 03:05:41
 
Hallo NA-Camper,

das Thema ist zwar schon etwas angegraut, aber ich kann erst jetzt meine eigenen Erfahrungen hier zum Besten geben:

Kanada (mit Ausnhame des Ostens) und Alaska: Es war außerhalb von Städten absolut kein Problem irgend wo am Stra0enrand zu parken. Es gab genügend versteckte Eckchen (meistens kleine Steinbrüche, aus denen das Straßenbaumaterial geholt wird) in denen man weitgehend Sicht- und Windgeschützt übernachten konnte.
Wir sind NIE verjagt worden, weil das verboten wäre. Nur einmal mußten wir aus Sicherheitsgründen (weil die dort Benzin auf einen Berg gepumpt haben) etwas früher abreisen.
Wir haben auch kein einziges mal Probleme bekommen, wenn wir auf einem Parkplatz in einem Park übernachtet hatten (das haben wir nur gemacht, wenn KEIN Schild vorhanden war "overnight parking prohibitet".
Insbesondere an Parkplätzen die am Anfang eines mehrere zig Kilometer langen Trails waren (wie bitte schön soll man den wandern, wenn das Auto nicht über Nacht dort stehen bleiben kann - und notfalls ist man gerade hundsmüde zurückgekommen und kann nicht mehr sicher autofahren) haben wir auch andere Fahrzeuge (und Camper) neben uns gehabt.
Sicher haben wir uns z.B. auch in Vancouver im Botschaftsviertel gefühlt. Dort waren unbeschränkte Parkplätze und natürlich ständige Security-Streifen - die aber nie etwas von uns wollten.
Im Bereich des Industriehafens haben wir am Straßenrand mit einigen anderen Campern genächtigt - es gibt wohl eine Grenze von 72h, danach muß man sich eben eine andere Straße suchen.

Im Westen und Mitte der USA waren die Verhältnisse etwas schwieriger. Wie von Vorrednern erwähnt, beginnt gleich neben dem Asphalt der Privatbesitz - und da sollte man nur mit Erlaubnis des Eigentümers parken.
In Parks haben wir häufug auf den Rest-Areas übernachtet, sofern nicht ausdrücklich "Overnight Parking" verboten war.
Teilweise auch auf den riesigen Parkplätzen der Visitor-Infos (da wurden wir nur einmal im Zion-NP mitten in der nacht von einem Ranger in übelster Weise verjagt - vermutlich hatte dessen Frau mal wieder ihre tägliche Migräne - was bei so einem Typen zu verstehen wäre). Aber auch hier haben wir in wenigen Kilometern Entfernung einfach am Straßenrand geparkt - da standen schon viele andere PKW.

Ansonsten kann man immer auf Rest-Areas an Autobahnen stehen (diese sind im Osten sogar die ganze Nacht über bewacht) - wir haben mehrere "Einheimische" befragt - allein aus Sicherheitsgründen (übernächtigte Fahrer) werden die niemals einen dort aufwecken und wegjagen - sofern man nicht tagelang dort ist.
Auch der Hinweis, daß man nur 6 oder 8 Stunden sich dort aufhalten dürfe - ist niemals durchgesetzt worden. Wir sind teilweise an netten Rest-Areas (die wir nur zum Vespern angefahren hatten, uns aber dann doch sehr gut zur Übernachtung gefallen hatten) über 18h geblieben - die regelmäßig vorbneifahrende Patrouille hat uns garantiert gesehen, aber niemals etwas gesagt.
Weiterhin gibt es natürlich die WalMarts und auch Casinos (sofern sie kein eigenes Hotel haben) bieten auf Nachfrage eine überwachte Parkmöglichkeit an.

Bei National- und State-Parks muß man speziell nach "primitive"-Camping suchen (oder fragen). Jeder Staat bietet detaillierte Unterlagen zu seinen State-Parks und den Campingmöglichkeiten an. Die Primitive-Sites sind zumindest meistens sehr billig (<16,-USD) bis kostenlos.
Mein absoluter Lieblingsplatz war nördlich von Helena (Arkansas) der Mississippi-State-Park. Dort konnte ich für 4,-USD/Nacht bleiben. Frischwasser (kostenlos) und Dusche (warm und Kostenlos ca. 200m weiter an der Day-Area).
Nördlich vom Everglades-NP gibt es den "Burns-Lake" Campground - absolut kostenlos, mit hautnahem "Wildlife" rund um die Uhr (da knurrt dann auch mal der Alligator mitten in der Nacht, nachdem er sich unter dem Wohnmobil häuslich niedergelassen hat - man muß nur aufpassen, daß man morgens im Halbschlaf, beim Toilettengang nicht auf seinen Schwanz tritt Schockiert/Erstaunt  Laut lachend).

Unterwegs habe ich einen schwäbischen "Extremsparer" getroffen. Der hat scih einen Kastenwagen innen zum WoMo ausgebaut. Äußerlich ist (fast) nicht zu erkennen, daß es ein WoMo ist - der stellt sich einfach (fast) überall hin. An den Key-Inseln hat man als WoMo z.B. absolut keine Chance, da Parken entlang des Overseas-Highways für RV nachts verboten ist - wenn man aber nicht sieht, daß es ein RV ist, dann darf man an den Bootsrampen parken - man könnte ja über Nacht mit seinem Boot unterwegs sein, das ist erlaubt.
Was ich damit sagen will: Man kann mit einem normalen Wohmobil in Kanada, Alaska und im Westen sowie der Mitte der USA "relativ" problemlos billig oder auch kostenlos und auch "wild" übernachten. Im Osten wird es schwieriger und teurer (und zwar ansteigend mit der Toristischen Erschließung). Mit einem "getarnten" Wohnmobil kann man noch einige weitere Lücken ausnutzen - aber auch das fürht immer mal wieder zu "Meldungen" aufmerksamer US-Bürger (wie mir der Extremschwabe sagte). Sofern man Zeit hat und in Ruhe alle verfügbaren Unterlagen studiert, kann man aber auch im Osten billig mit einem RV übernachten.

Ach ja, noch was: In ganz touristischen Gegenden (wo der örtliche RV-Park-Besitzer auch im Gemeinderat sitzt) ist häufig auch auf den WalMarts das Übernachten im WoMo untersagt (speziell: Ostküste Floridas - dafür gab es dort relativ viele Rest-Areas an den Autobahnen).

Soweit unsere Erfahrungen

Gruß

Boppel
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Hildegard
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Re: Die Wahrheit über Amerika im Camper ...
Antwort #16 - 18.04.14 um 18:08:19
 
Hallo zukünftige USA-Reisende,

Freunde machten mich auf diese interessante, wenn auch manchmal etwas tendenziöse Diskussion aufmerksam. Sie ist zwar schon etwas älter, aber für zukünftige Nordamerikareisende nach wie vor ganz sicher aktuell. Nachdem wir insgesamt ca. 2 1/2 Jahre in Nordamerika verbracht haben, davon die meiste Zeit im Wohnmobil, kann ich nicht anders, als auch "meinen Senf" dazuzugeben.

Tatsache ist natürlich, dass der Tourismus stark zugenommen hat. Besonders entlang  der bekannten "Rennstrecken" im Südwesten der USA, die die großen, leider auch hoffnungslos überlaufenen,  Nationalparks verbinden. Tatsache ist leider auch, dass die kostenlosen Campgrounds immer weniger werden. Viele der Plätze, mit denen Don Wright's vor Jahren seine Guides to free Campgrounds füllte, kosten heute um die 10 Dollar - pro Stellplatz, nicht pro Nase! Trotzdem fanden wir auch 2008 in den USA immer wieder offizielle, kostenlose Campgrounds. Meist waren das County- oder Cityparks oder auch Forestcamps die außerhalb der Saison kostenlos sind. Selbst in unmittelbarer Nähe des stark frequentierten Arches NP konnten wir angenehm in freier Natur übernachten. Denn es gibt das öffentliche Land noch immer. Naturgemäß dort, wo das Land dünn besiedelt und karg ist, im Bereich der Halbwüsten und Nationalforests. Allerdings bewegten wir uns mit Zeit und Muße meisten abseits der ausgetretenen Pfade, da wir die großen Highlights bereits 1990 und 91  während 4wöchiger PKW -Reisen im Schnelldurchgang absolviert hatten.
In knapp bemessener Zeit, noch dazu mit dichtem Besichtigungsprogramm, nach kostenlosen Campmöglichkeiten zu suchen, wird jedoch ganz sicher mit Frust enden. Wenn es jedoch in knapp bemessener Zeit rein ums Übernachten geht, was spricht da gegen den Wal-Mart? Man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Übernachten und Einkaufen. Außerdem kann man jederzeit die sauberen Toiletten im Eingangsbereich benützen.
Der Ehrlichkeit halber muss man natürlich hinzufügen, dass inzwischen auch einige Wal-Marts das Übernachten verbieten. Was meist mit City-Law begründet wird. Im Allgemeinen scheren sich die amerikanischen Camper aber wenig darum. Ich erinnere mich an den Wal-Mart in Bend/Oregon. Dort hing an jedem Baum und jedem Laternenpfahl ein Verbotsschild - und unter jedem Schild übernachtete ein Ami-Camper. "Wal-Mart erlaubt das, da lassen wir uns nicht vertreiben!" lautete die Devise.
In  Florida einen kostenlosen Campground direkt am Strand zu finden,  ist vermutlich genauso unmöglich, wie in K roatien oder S panien zur Hochsaison. Wir persönlich haben um Florida einen großen Bogen gemacht.
Hilfreich bei der Suche nach freien und kostengünstigen Campgrounds ist folgender Link: [Member-Link]  Bitte Einloggen oder Registrieren

Allen zukünftigen Wohnmobil-Reisenden sei ans Herz gelegt: Lasst Euch das Land mit seinen großartigen Landschaften, den unglaublichen Kontrasten und den einsamen Highways nicht vermiesen! Wir haben schon wieder Sehnsucht!

Gruß Hildegard
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