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MIT LALMI KHIRANI SICHER DURCH DIE W├ťSTE (Gelesen: 2697 mal)
DittaZimmermann
WR-F Novize
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Beitrńge: 1
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MIT LALMI KHIRANI SICHER DURCH DIE W├ťSTE
11.08.08 um 16:12:54
 
Seit mehr als 25 Jahren f├╝hrt der erfahrene Reiseleiter, in Zusammenarbeit mit lokalen      Tuaregs, abenteuerlustige Menschen durch die Weiten der s├╝dlichen Sahara. Au├čer kleinen Pannen gab es noch nie nennenswerte Zwischenf├Ąlle! Ausgangspunkt der Touren ist Djanet, ein reizendes, gesch├Ąftiges W├╝stenst├Ądtchen im ├Ąu├čersten S├╝dosten Algeriens, nahe der Grenze zu Lybien und dem Niger. Es besteht aus kleinen kubischen, wei├č gekalkten H├Ąuschen, der Markt unter Arkaden, in die die letzte Nachmittagssonne scheint. Darunter beleuchtet verh├╝llte Gestalten, hoch aufgerichtet, fast w├╝rdevoll, stehen sie beisammen, nachdem sie sich ausgiebig begr├╝├čt haben, wobei sie mit ihrer Hand die des Anderen wie bef├╝hlen und anschlie├čend aufs eigene Herz legen.

Mit der Kamelkarawane oder mit Jeeps geht die Reise durch wundersch├Âne Regionen des s├╝dostalgerischen Landschaftsschutzgebietes mit so klingenden Namen, wie Tinakaham, Issendilene, ein, von einer grandiosen Berszenerie umgebenes Tal, dessen Boden ├╝bers├Ąt ist mit gr├╝nen Tamarisken oder die Timarzougua, die Landschaft der Sicheld├╝nen, soweit das Auge reicht.

Ich selbst habe mich im Februar 2008 mit 5 weiteren Personen aufgemacht, um das Abenteuer W├╝ste hautnah zu erleben. Was hat mich dazu veranlasst?  Zun├Ąchst der schon viele Jahre bestehende Wunsch die W├╝ste zu sehen und dann ein unerf├╝llter Kindheitstraum, diese auf dem R├╝cken eines Kamels in einer Karawane zu durchqueren. Da gute Freunde schon im Vorjahr begeistert von dort zur├╝ckgekommen sind, fiel mir der Entschluss nicht schwer, an der wieder angebotenen Reise teilzunehmen, und meine Tr├Ąume sind in Erf├╝llung gegangen.

Zum Thema Sicherheit m├Âchte ich sagen, es ist einiger b├╝rokratischer Aufwand notwendig, um dahin zu gelangen. Zun├Ąchst braucht man ein Visum. Um dieses bei der jeweiligen Botschaft zu bekommen (f├╝r ├ľsterreich in Wien), verlangt Algerien eine Einladung vom Reiseveranstalter, mit genauen Angaben des Datums der An- und Abreise, der Unterbringung und der Reiseroute. Somit ist es nicht m├Âglich, auf eigene Faust in die algerische W├╝ste zu reisen!

Um meinen Reisebericht so authentisch wie m├Âglich zu gestalten, m├Âchte ich einfach aus meinem Reisetagebuch erz├Ąhlen. Vorweg jedoch etwas ├╝ber den Ablauf der Reise. In der 1. Woche sollten wir mit den Kamelen unterwegs sein, das hei├čt wir w├╝rden abwechselnd reiten oder wandern und unser Kamel f├╝hren, in der 2. Woche dann weiter mit Jeeps. Geschlafen wird unter freiem Himmel, auf Zeltplane, weicher Matte und in einem warmen Schlafsack ÔÇô die N├Ąchte unter einem  tiefen Sternenhimmel sind unvergleichlich ÔÇô die Stille l├Ąsst die Tr├Ąume immer bunter werden. Wir haben, neben unserem Reiseleiter Lalmi 5 weitere Begleiter, Tuaregs, deren Aufgabe es ist, sich um die Kamele und das Bepacken der Kamele zu k├╝mmern, aber sie helfen auch bei der Zubereitung der Mahlzeiten und zelebrieren nach der Mahlzeit die Teezubereitung. Sie sehen in uns nicht Touristen, sondern Freunde und lassen uns ihre Gastfreundschaft sp├╝ren.

Nach langem Flug und n├Ąchtlicher Ankunft in Djanet und ├ťberwindung aller Sicherheitskontrollen werden wir am Flughafen bereits von Lalmi und den beiden Fahrern Tahar und Abdel Karim erwartet und herzlich begr├╝├čt. Nach ca. ┬Ż st├╝ndiger Fahrt durch die n├Ąchtliche W├╝ste erreichen wir m├╝de das nette, aus hellem Stein gebaute Hotel ÔÇ×Tenere VillageÔÇť.

Morgens geht es dann zun├Ąchst mit 2 Toyotas los, in die unser ganzes Zeug verstaut wird, hinauf auf eine Hochfl├Ąche, von der aus man auf das Plateau des Tassiligebirges blickt. Dort werden wir schon von einer Gruppe, zumeist junger Tuaregs, begr├╝├čt. Es sind dies Osman, Brahim, Junis und die beiden ├älteren, El Habib und El Harid. Sie haben die Sattel f├╝r die Kamele schon bereitgestellt, sch├Ân gearbeitete und verzierte Holzgestelle, mit Leder und Messing beschlagen, hinten eine R├╝ckenlehne mit einem Messingstachel, vorne ein Dreizack zum Befestigen kleiner Lasten, dazwischen bunte Decken ÔÇô ein malerisches Bild. Wir laden aus und es wird bereits das erste Lunchpicnic vorbereitet. Es gibt Salate (wir essen alles und schaffen es trotzdem 2 Wochen ohne Darminfektion zu ├╝berstehen!!), Brot, gekochte Kartoffel und rote R├╝ben, Obst und Datteln ÔÇô und es schmeckt k├Âstlich! Als Abschluss nat├╝rlich, wie dann nach jeder Mittags- und Abendmahlzeit, bereiten uns Osman und Junis den k├Âstlichen Tuaregtee, aus gr├╝nem Tee und Minze, ├╝ber dem Holzkohlenfeuer, zu. Dreimal wird der Tee aufgegossen. Der 1. Aufguss ÔÇô bitter wie das Leben -, der zweite ÔÇô s├╝├č wie die Liebe - und der 3. ÔÇô sanft wie der Tod -, so hei├čt es dort! Es hei├čt aber auch, jeder Teezubereiter habe seine eigene Version zu den 3 Aufg├╝ssen.

Inzwischen wird unser Gep├Ąck, der gesamte Reiseproviant f├╝r 1 Woche, K├╝chenutensilien, Holz, Schlafmatten ÔÇŽ so in S├Ącke gepackt, dass etwa gleichschwere Lasten entstehen. Alles wird dann so gelagert, dass die Kamele jeweils zwischen den beiden Seitenlasten niederknien k├Ânnen, um beladen zu werden, was sie mit tiefen, heiseren Schreien kommentieren. Schsch, schsch ist der Befehl zum Niederknien, wobei die Leine am Nasenring sanft nach unten gezogen wird. Dann gehen sie erst auf die Vorderknie, dann auf die hinteren, ehe sie sich ganz niederlassen.

Nach dem Laden und Satteln geht es zun├Ąchst zu Fu├č durch Sand und Felsen ├╝ber einen kleinen Sattel. Mein Kamel ist nat├╝rlich das Sch├Ânste, wei├č, weich und anmutig. Wenn ich es am Nasenring f├╝hre, sp├╝re ich keinen Zug an der Leine. Nach dem Abstieg gelangen wir in eine weite Ebene, ├╝bers├Ąt mit teils trockenen, teils noch gr├╝nen Grasb├╝scheln und begrenzt von bizarren Felsen, und es hei├čt ÔÇ×AufsitzenÔÇť. Das erste Mal noch ungewohnt, v.a. das Aufstehen. Zuerst vorne hoch, also nach vorne lehnen, dann hinten hoch, nach hinten lehnen, dann steht das Kamel und es ist ganz sch├Ân hoch da oben, aber auch luftiger und man hat einen wundersch├Ânen ├ťberblick ├╝ber die Karawane und die gro├čartige Landschaft.

Wir erreichen nach ca. 3 Stunden den Platz, an dem wir unser Nachtlager aufschlagen werden ÔÇô ein kleines Seitental mit sandigem Grund, umgeben von hohen bizarren Felsformationen. Ein sch├Âner, gesch├╝tzter Ort. Als erste St├Ąrkung gibt es Tee und Kuchen, danach haben wir noch gen├╝gend Zeit, unseren Schlafplatz einzurichten, die n├Ąhere Umgebung zu erforschen, oder auch einfach nur auszuruhen, zu lesen und die Stille zu genie├čen. Gegen ┬Ż 8 wird es finster. Lalmi hat f├╝r uns gekocht ÔÇô es gibt Gem├╝sesuppe und Eintopf, mit Gem├╝se, Lammfleisch und Couscous. Wir sitzen rund ums Feuer, genie├čen den s├╝├čen, warmen und schaumigen Tee, es wird geplaudert und gelacht und wir sind m├╝de von all den vielen neuen Ein-  dr├╝cken.

Ein neuer Tag beginnt ÔÇô es ist kalt. Osman und Junis haben schon vor Sonnenaufgang Feuer gemacht, Wasser gekocht, gro├če Kannen mit Milch (aus Wasser und Milchpulver) und Kaffee vorbereitet und auf die Glut gestellt. Langsam kriecht einer nach dem anderen aus den warmen Daunen und nach den Morgenverrichtungen (gut bew├Ąhren sich Feuchtt├╝cher zum Waschen und f├╝r die Toilette hinter den Felsen!) gibt es wunderbar hei├čen ÔÇ×Cafe au laitÔÇť, Brot, Butter, K├Ąse und Nutella.

Danach warten wir auf die Kamele, die man nachts mit locker zusammengebundenen Beinen laufen l├Ąsst, damit sie Futter finden k├Ânnen. Brahim und El Harid haben sich auf die Suche gemacht und wie eine Fata Morgana tauchen sie nach ca. 1 Stunde wie aus dem Nichts auf. Lalmi hat mir den Turban, den Cheche gebunden, das 4-6m lange Tuch, das sowohl vor K├Ąlte als auch vor Sonne und Hitze, wie auch vor dem Wind sch├╝tzt. Den Stoff daf├╝r haben wir in Djanet um 150 alg.Dinar, (ca. ÔéČ 1.50) erstanden. Und wieder wird gepackt, beladen ÔÇô ein neuer Tag liegt vor uns. Wir wandern, sitzen auf, lassen uns langsam von den im Passgang gehenden Kamelen schaukeln, ich tr├Ąume, philosophiere. Das Datum, die Tage verloren, vergessen, und doch ist jeder anders!!

Heute haben wir die Tikoubawine,  das Tal der Schwerter, durchquert. Eine Legende der Tuareg erz├Ąhlt, dass hier einst ein Heer der Tuareg durchgezogen sei. Abends mussten alle ihre Schwerter abgeben, damit in der Nacht keiner damit verschwand. Am darauf folgenden Morgen jedoch war der Schwertmeister gestorben. Seither sucht man in der Gegend vergebens nach den Schwertern, die er wohl zur Sicherheit vergraben hatte.

Die 2. Etappe unserer Reise liegt vor uns und wieder werden die Jeeps beladen. Ziel ist der Tadrart, ca. 240 km von Djanet entfernt, mit seinen unglaublich sch├Ânen, rosa- und ockerfarbenen, mehr als 200 m hohen Sicheld├╝nen und vom Wind ├╝ber Jahrhunderte geschliffenen, bizarren Felss├Ąulen und ÔÇŽ..???? darauf viele Felsgravuren aus pr├Ąhistorischer Zeit. Es ist unglaublich, was in und auf zweier dieser weich gefederten W├╝stenfahrzeuge alles passt. Neben 11 Personen, unserem gesamten Equipment, dem Proviant f├╝r eine weitere Woche, sowie Wasser- und Benzinkanister und Brennholzvorrat f├╝r jeweils 2 Tage (danach wird wieder neues gesammelt). Diesmal haben wir neben Lalmi und den beiden Fahrern Tahar und Abdel Karim auch noch den 80 j├Ąhrigen Athan dabei, ein wunderbarer alter Mann, w├╝rdevoll, aber auch voller Humor ÔÇô der Herr der W├╝ste, - wie wir ihn nennen. Schon als Kind zog er mit seinem Vater mit den Salzkarawanen von Mali und dem Niger ├╝ber Algerien nach Lybien. Er kennt jeden Winkel, wei├č auf welchem Felsen sich die sch├Ânsten Gravuren und in welcher H├Âhle sich die sch├Ânsten Felszeichnungen, mehr als 2000 Jahre alt, befinden. Und er erz├Ąhlt, in den 50er Jahren sei hier alles gr├╝n und voller Blumen gewesen. Es muss wohl nach einem Regen gewesen sein! Jetzt ist es trocken! Es hat seit 4 Jahren nicht mehr geregnet und damit geht auch die Existenzgrundlage der Tuareg, das Weideland f├╝r ihre Ziegen verloren. Mit dem ÔÇ×F├╝hrenÔÇť von Menschen durch die W├╝ste haben sie sich eine neue Grundlage geschaffen, ohne dabei ihre Lebensweise als Nomaden ganz aufgeben zu m├╝ssen.

Ich klettere am sp├Ąten Nachmittag auf eine sehr hohe D├╝ne und bleibe lange oben sitzen. Es ist unbeschreiblich still und sch├Ân hier oben. Gegen Westen eine unvorstellbare Szenerie sich in- und hintereinander schiebender bizarrer Felsgruppen, Tafelberge und Gebirge im r├Âtlichen Dunst der untergehenden Sonne ÔÇô wie es scheint ohne Ende. Hinter mir, im Osten, liegt eine weite Ebene, schon im D├Ąmmerlicht ÔÇô Lybien! Man kann sich nicht satt sehen, D├╝nen, Farbenspiele, Felsen, wundersch├Ân. Der Abstieg erfolgt dann barfuss ├╝ber die steile Seite und l├Âst zahlreiche kleine Sandlawinen aus.

Vor dem Abendessen sitze ich auf einem Felsen, oberhalb unseres gesch├╝tzten Essplatzes. Geheimnisvolles Tun ist im Gange und ich darf nicht in die ÔÇ×K├╝cheÔÇť. Ich habe Geburtstag und ahne etwas von einer ├ťberraschung. Endlich ist es so weit und meine Erwartungen werden ├╝bertroffen! Der niedrige Tisch ist gedeckt. Darauf ein gro├čer Karton, von Lalmi mit Gl├╝ckw├╝nschen beschrieben, und ein Kuchen mit Nutellaglasur (gebacken in der W├╝ste!!) Eine Taschenlampe die rot-gr├╝n blinkt, ein P├Ąckchen in Geschenkpapier und in kleinen Felsnischen flackert Kerzenlicht. Unser W├╝stenchateau ist perfekt. Im P├Ąckchen eine wundersch├Âne Halskette aus schwarzen Perlen und silbernen, gravierten Anh├Ąngern, eine Tuareg-handarbeit. Ich bin sprachlos und ger├╝hrt!

Und wieder eine Nacht unter dem ├╝berw├Ąltigenden Sternenhimmel. Der letzte Blick vor dem Einschlafen und mancher des Nachts, wenn der Mond untergegangen ist, in die Unendlichkeit der Tiefe mehrerer Dimensionen, ├╝bers├Ąt mit funkelnden Lichtern aller Gr├Â├čen und verschiedener Helligkeit.

Wir  haben noch 2 Tage f├╝r die R├╝ckfahrt nach Djanet vor uns. Darf am Morgen, noch vor dem Aufbruch, mit Abdel Karim im Jeep ├╝ber ein paar D├╝nenk├Ąmme fahren. Das ist aufregend. Man glaubt senkrecht in die Tiefe zu fallen, wird aber ganz weich aufgefangen.

Der letzte Abend, nach verdienter Dusche wieder sauber beim gemeinsamen Abendessen im Hotel Tenere Village, einer bezaubernden kleoinen Anlage, mitten in der W├╝ste. Nach dem letzten Tee im Beduinenzelt geht es zum Flughafen und es hei├čt Abschied nehmen.

Es war sch├Ân und was bleibt ist die Erinnerung und die Sehnsucht, wieder dahin zur├╝ckzukehren. 
email: lalmikhirani@yahoo.fr   oder  tinakahamvoyage@hotmail.com
au├čerdem gibt es noch eine web-site: [Member-Link]  Bitte Einloggen oder Registrieren

Wenn ihr Interesse habt vielleicht im Herbst mitzukommen (ideale Reisezeit von Mitte Oktober bis Ende April) ,dann meldet euch entweder bei mir oder kontaktiert Hrn.Lalmi Khirani pers├Ânlich!!!
Brigitte Zimmermann,Salzburg    email:dittazimmermann5@hotmail.com   Tel.0043 650 321 05 18
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Manfred Franz
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Gibraltar
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Re: MIT LALMI KHIRANI SICHER DURCH DIE W├ťSTE
Antwort #1 - 30.11.08 um 17:18:51
 
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