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Seidenstraße mit Auto - Teil 1: Iran (Gelesen: 6465 mal)
Themen Beschreibung: Einreise, Autopapiere, Visum u.a. Iran-Infos für Selbstfahrer
Kaal
WR-F Junior
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Seidenstraße mit Auto - Teil 1: Iran
02.06.10 um 12:35:14
 
Iran (Transit 9 Tage)
Einreise am 20.04.2009 in Bazargan. Ausreise: 28.04.2009 Sharaks.

Papiere für Iran:
Referenznummer, Visa und Carnet de passages erforderlich.
Vollkommen problemlos mit nettem „Touristmanager“ der uns willkommen hieß und alles für uns bei den Stellen erledigte. Dieser „Touristmanager“ in Iran ist eine wunderbare „Einrichtung“ und verdient hier nochmals unsere Anerkennung!
Bei der Ausreise aus Iran hatte ich den Eindruck, dass die Beamten sich mit einem Carnet de passages für PKW nicht auskannten. Die Bearbeitung war zeitaufwändig und fehlerhaft, was später in Deutschland aber nicht zu Problemen führte.

Auto
Seit einiger Zeit gibt es die Regelung, dass, wer länger als 7 Tage mit Auto in Iran bleibt, iranische Nummernschilder braucht. Für den Transit war das nicht erforderlich.
Will man jedoch länger im Iran bleiben müssen die iranische Autonummerschilder besorgt werden.
Wir haben die einmal 2007 in Orumiyeh besorgt. Das hat 2 Tage gedauert und war sehr umständlich (Polizei und Banken). Besser wäre es in Täbris, denn dort besorgt das der freundliche deutschsprechende Mann (Nasser Khan) vom Touristbüro (wir waren auf der Rückfahrt dort). Gilt auch für Visa.
Die Nummernschilder müssen dort, wo man sie besorgt hat, auch wieder abgegeben werden. Das hatte man uns nicht gesagt. An der Grenze mussten wir die Schilder zur Post bringen und den Beleg vorzeigen. Das wurde freundlicherweise akzeptiert.
Es gibt jetzt offiziell nicht mehr die Möglichkeit die iranischen Nummernschilder zu umgehen. Man hat auf die Vergehen der Touristen diesbezüglich reagiert.
Kfz-Versicherung für Iran wird an der Grenze abgeschlossen.

Geschwindigkeitskontrollen im Iran:
Geschwindigkeitskontrollen sind im Iran höchst selten aber auch gut versteckt.

Treibstoffversorgung im Iran:
Ein Liter Diesel kostete ca. 1,5 Euro-Cent. Es gab 2009 eine neue Regelung. Wir hätten Dieselbezugs-karten kaufen müssen. Wie schon in 2007 haben wir Trucker an der Tankstelle gefragt und die haben für uns immer so um die 30-40 L auf ihre Rechnung geschrieben. Natürlich haben wir das bezahlt.

Autofahren in Iran
So zivilisiert und angenehm die Menschen in Persien sind, so passt Ihre Fahrweise mit den PKW’s gar nicht zu ihrem sonstigen Verhalten. Nichts ist unmöglich! Ich empfand es schlimmer als in allen Mittel-meeranrainerstaaten. Wenn man nicht so flott wie bei uns und sehr umsichtig fährt, kommt man gut zu-recht.
Die Straßen sind in überraschend gutem Zustand und meist sehr breit. Allerdings hatten wir uns die Verkehrsdichte nicht so extrem vorgestellt.

Kontakte
Die Menschen sind ausgesprochen freundlich, hilfsbereit und zurückhaltend.
Wegen Transit wenig Kontakt.

Religionsausübung im Iran
Entgegen unseren Erwartungen scheint die Religiosität nicht sehr stark ausgeprägt zu sein.

Kleidung im Iran
Als Mann ist man rel. gut dran. Ich hatte immer eine lange schwarze Hose an, schwarze Schuhe und ein langärmliges Hemd (Ärmel hochgewickelt). Damit ist man sehr gut für alle Fälle gekleidet. Etwas lockerer geht auch.
Die Frau hat es da schwerer. Meine Frau hatte schwarze Kleidung und schwarzes Kopftuch. Es geht auch etwas lockerer, aber so ist man auf der sicheren Seite und bekommt wohlwollende Anerkennung.

Die Frau in der Öffentlichkeit
Die Frau im öffentlichen Leben ist praktisch ohne erkennbare Bedeutung. D.h. sie wird in der Regel (gebildetere Menschen verhalten sich da anders) nicht begrüßt (Mohammed pflegte Frauen nicht zu grüßen) und schwerlich bedient, wenn sie einkaufen will. Einkaufen ist Männersache.

Schlafen in Iran
Das war 2007 eine unserer größten „Schwierigkeiten“ im Iran. Unsere Strategie ist bei der Schlafplatzsuche: Weit weg von Menschen. Nicht weil wir sie nicht mögen oder Angst vor ihnen hätten, nein – wir wollen nur abends, wenn wir müde sind, unsere Ruhe haben. Zudem kommt im Iran hinzu, das meine Frau wegen der Kleiderordnung nur weit ab von Menschen normal gekleidet den Abend genießen kann. Da wir nur im Auto schlafen, aber draußen leben, ist das schon wichtig.
Die Schlafplatzsuche führte immer zum Erfolg, auch wenn wir manchmal weit von der Straße bzw. Piste ins Land fahren mussten (max. 40 km).
Beim Transit 2009 war die Situation für uns einfacher.

H otels
Keine H otels genutzt

Geld im Iran
Entgegen allen Aussagen wurden US-Dollar im Iran gerne genommen, lieber als Euro.
Vereinzelt, aber wirklich sehr vereinzelt, konnte man 2007 mit Kreditkarte bezahlen. D.h. auf keinen Fall den Gebrauch einer Kreditkarte einplanen.
Der Geldtausch in den Banken war meistens sehr umständlich und zeitaufwändig. Die Geldscheine müs-sen einwandfrei, vor allem nicht den kleinsten Riss haben.
Die normalen Lebenshaltungskosten sind sehr niedrig.

Sicherheit in Iran
Wir hatten nie Probleme. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen muss man sich ja nicht anmerken lassen.
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Ulli
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Re: Seidenstraße 2009
Antwort #1 - 02.06.10 um 15:50:40
 
Hallo Kaal,

ich finde deine Info's wirklich gut und hilfreich. Vielen Dank dafür! Trotzdem habe ich eine Bitte: gib doch deinen Postings eine passende Überschrift.... Ich z. B. verfolge u. a. dieses Forum per RSS Reader. Und dort erscheint dann 10x die selbe Überschrift, obwohl es sich natürlich um unterschiedliche Beiträge handelt. Das nervt dann ein bisschen, denn man muss sich komplett durch klicken um erst mal raus zu finden um was es geht.

Gruß

Ulli
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Kaal
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Beiträge: 31
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Seidenstraße 2009 Mit eigenem Auto - Teil1: Iran
Antwort #2 - 02.06.10 um 19:39:35
 
Hallo Ulli,
ich dachte man sieht die zwei Überschriften.
Ich weiß nicht was ich genau anders machen sollte. RSS Reader sagt mir nichts auch nicht wie das darauf aussieht. Gerne hätte ich mir weniger Arbeit gemacht und alles zusammen an einem Stück ins WEB gestellt, aber das akzeptiert das Forum nicht. Nimm‘s mir nicht übel, ich interessiere mich mehr für Reisen als für IT.

Nichts für ungut

Kaal


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MArtin
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Re: Seidenstraße mit Auto 2009 - Teil1: Iran
Antwort #3 - 03.06.10 um 02:33:26
 
Hallo,
ich habe die Titelthemen präzisiert und übersichtlichkeitshalber Links in "Seidenstraße - allgemeiner Teil" ergänzt. Smiley

Ja, es macht auch für spätere Ergänzungen Sinn, die Infos in möglichst kleine, weiter besprechbare und aktualisierbare Einheiten aufzuteilen (und dann nur zum Titelthema Passendes zu antworten).

Vielen Dank für Deine Arbeit, Kaal - ich bin mir sicher, sie wird noch vielen Generationen von Seidenstraßen-Selbstfahrern helfen.  Cool

Liebe Grüße
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MArtin
Das Schwierigste einer Reise ist die Rückkehr - die vermeiden wir seit 2000 Zwinkernd
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ganesh
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Re: Seidenstraße mit Auto - Teil 1: Iran
Antwort #4 - 06.06.10 um 20:05:04
 
Hallo Kaal, stimmige Infos  Smiley, betr. Versicherung / Nummernschilder ein kleiner Zusatz: Wir waren im April 09 fünf Wochen im Iran - wir mussten eine Versicherung abschliessen, Nummernschilder waren kein Thema. Freunde von uns waren im September 09 vier Wochen dort, sie mussten weder Versicherung noch Nummernschilder haben... also, die Laune des Zöllners und das Verhandlungsgeschick der Einreisenden ist offensichtlich sehr entscheidend   Cool
P.S. Wir und sie sind über Mirjaveh/Pakistan ohne Probleme ausgereist (abgesehen von mühsamer Armee-Eskorte)
Herzliche Grüsse
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ganesh
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Ganesh in Zanskar, Nordindien

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Re: Seidenstraße mit Auto - Teil 1: Iran
Antwort #5 - 06.06.10 um 20:44:40
 
Hallo Kaal, ich (Karin) habe noch eine Anmerkung betr. Frauen - ich habe zum Glück nur im Norden so "unhöfliche" Erfahrungen mit Männern gemacht, war bei uns wohl auch ein wetterbedingter (da wie ihr auch Schnee) harziger Einstieg. Dafür habe ich die Freundlichkeit (und Wärme) dann umso mehr geschätzt  Smiley
Herzliche Grüsse
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