Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt auf Reisen
Jeder Reisende sollte wissen, dass man auf Reisen
und im Urlaub, nicht nur in (sub-) tropischen Gebieten, immer
bewusst auf einen
ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt und ausreichende Zufuhr
von Elektrolyten (vgl. Weltreisebedarf
04)
achten muß.
Der tägliche Flüssigkeitsbedarf eines gesunden
europäischen Erwachsenen in (sub-) topischem Gebiet
liegt nicht unter 3 Litern!
Viele Faktoren erhöhen das Risiko einer Entgleisung
des Wasser- und Elektrolythaushalts auf Reisen:
Höherer
Verlust durch Schwitzen (mehr Belastungen, wärmeres Klima...)
oder Reisedurchfall
Durst
ist oft kein verlässlicher Indikator für die Höhe des
tatsächlichen Flüssigkeitsbedarfs
Weniger Trinkgelegenheiten unterwegs durch Wegfall der Tagesroutine
Sparmaßnahmen (Zeit- und Geldverlust durch häufige
Softdrink- Zwischenstopps)
(Berechtigte)
Scheu, aus Wasserhahn, Quelle oder Regenwasserzisterne am Urlaubsort
zu trinken
Was
Einheimischen empirisch als trinkbar gilt, kann ortsfremde Verdauungstrakte
empfindlich traktieren
Deshalb ist es eine gute Idee, unterwegs noch vor Proviant
immer eine PET-Flasche mit Trinkbarem im
Tagesrucksack dabei zu haben!
Erste Symptome eines Wassermangels
(= Exsikkose) sind neben Durst auch Müdigkeit, Schwäche, Übelkeit, Kopfschmerzen
und Kreislaufstörungen (z.B. Schwindel beim Aufstehen).

Einer
bei Reiseanfang in den (Sub-) Tropen etwa alle 3-4 Wochen
auftretenden Mattigkeit kann wirksam mit revitalisierenden Elektrolytbeuteln begegnet
werden.
Trinkwasser - woher nehmen und wie machen?
Erfolg der Getränkeindustrie:
Manchen scheint gar nicht
mehr präsent zu sein, dass Leitungswasser (z.B. auf
Toiletten) fast überall auf der Welt trinkbar ist - und
dass man nicht immer erst eine Bar suchen braucht, um was trinken
zu
können.
(In Thailand haben sich
Manche mit unbemerkt in Plastikflaschen abgefüllten Leitungswasser
eine goldene Nase verdient, weil sie es teuer als Trinkwasser verkauften.)
Trotzdem kann man besonders
auf Abenteuerreise und als weltreisender Backpacker
unterwegs an Orte und in Situationen mit eingeschränkter
Limonade-
und Trinkwasserversorgung geraten.
Das kann schnell tragisch
enden, denn ein Mensch überlebt zwar etwa einen Monat
ohne Nahrungsaufnahme, aber nur ca. 3 Tage ohne Flüssigkeitsaufnahme.
So ist die ausreichende Bevorratung mit Trinkwasser übrigens
auch die wichtigste Massnahme bei Zyklongefahr.
Überlege mal: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass
Du auf Deiner Reise in Situationen gerätst, dass Du selbst Trinkwasser
gewinnen musst?
Wir selbst
sind schon ein paar mal, oft unverhofft, in trinkwasserarme Situationen
geraten
und haben
dann
ohne vorherige
Entkeimung
das Leitungswasser, aufgefangenes Regenwasser oder Quellwasser getrunken,
das vor Ort jeder trank.
Wenn das auch für Dich OK ist, wirst Du
Dir auf "normalen" Reisen kaum Gedanken über eine eigene Trinkwasseraufbereitung
machen brauchen
Nur einmal haben wir in unseren bislang
Weltreisetagen seit 2000 wirklich bereut,
keine Hilfsmittel zur Trinkwassergewinnung im Rucksack mit geführt
zu haben:
Auf Dominika,
wo wir mehrere Wochen lang Regenwasser tranken, das über ein
stark mit Vogel- und Fledermauskot verschmutztes Dach gesammelt wurde.
Wir haben auch das Trinken dieses (zuvor abgekochten) Regenwassers
unbeschadet überstanden, obwohl es weder optisch noch geschmacklich
den Anforderungen
entsprach,
die man gemeinhin an Trinkwasser stellt:
Trinkwasser
soll
klar, geschmacksneutral,
keimarm und frei von pathogenen Keimen (= Krankheitserregern) sein.
Auf Grund dieser Erfahrung haben wir uns eingehender
mit dem Thema Trinkwassergewinnung unterwegs beschäftigt und
zu den physikalischen und chemischen Entkeimungsarten
von Wasser recherchiert...
Die zwei beim Reisen praktikabelsten Wasserentkeimungsmethoden sind
von der Outdoorindustrie in reisegerecht- portable
Entkeimungslösungen zur Wasseraufbereitung umgesetzt worden:
Chemische
Wasserentkeimung
mittels Silbernitrat
und / oder Chlor z.B. [ Micropur ]
oder durch Komponenten-Präparate z.B. [ Aquamira ]
(kann zusätzlich Amöben & Zysten abtöten)
in Tabletten-, Pulver- oder Tropfenform.
Physikalische
Trinkwassergewinnung durch Filterung.
Vom Trinkhalm
mit eingebautem Filter über Handpumpenfilter bis hin
zum Trinkwasserfilter für mehrere Tausend Liter- alles findest sich
unter [Trinkwasserfilter].
Bequemer und platzsparender für Reisende ist die chemische
Wasserentkeimung.
Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass
Wasserentkeimungstabletten Biozide (= lebensfeindlich)
enthalten, also giftige Substanzen die in höherer
Konzentration als der empfohlenen Dosierung
schädlich wirken.
Deswegen
ist die Verdünnungsanweisung für chemische Wasserentkeimungsmittel
stets genau zu beachten (und aufzubewahren)!
Wasserentkeimungstabletten sind erschwinglich, leichtgewichtig und
verbrauchen nicht viel Gepäckplatz...
Die meisten Wasserfilter kommen hingegen
ohne Lebensgifte aus.
Allerdings ist die Trinkwassergewinnung durch
Filterung je nach benötigter Wassermenge materialaufwändig - und
Trinkwasserfilter müssen turnusgemäß erneuert werden.
Einen Überblick über die im Outdoor-Fachhandel angebotenen
Wasseraufbereitungsartikel gibt eine Stichwortsuche
Wasseraufbereitung bei globtrotter.de.
Behelfsmäßige Wasseraufbereitung:
Im Notfall soll auch
die Kombination von Stunden langer Wärme
und UV-Strahlung eine akzeptable Keimreduzierung von makroskopisch
reinem Wasser in einer PET-Flasche bewirken, siehe
SODIS-Methode und
die Ausführungen
der WHO dazu.
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